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Vokale streichen

Vokale vor einem abschliessenden r zu streichen, besonders ein e, scheint bei der Entwicklung von englischsprachigen Produktnamen immer häufiger vorzukommen. Die bekannte Fotocommunity-Webseite Flickr oder der Mobilfunkgeräte-Hersteller Motorola mit den Modellen Razr oder dem neuen iTunes-kompatiblen Rokr machen es vor, wobei bei letzerem auch gleich noch ein c gestrichen wurde. Für gemeinfreie Wörter wird so nicht nur die Möglichkeit zur Schutzfäigkeit erhöht, auch die Aufmerksamkeit ist zumindest solange man zu den ersten gehört noch ziemlich hoch, wenn bekannte Wörter als Produktname »falsch« geschrieben werden. Und auch das Volumen an kurzen Domainnamen wird damit gesteigert. Vermutlich wird sich diese Bezeichnungsform weiter durchsetzen, so wie Apple Computer & Co. es in den 80er Jahren vormachten, auf Leerzeichen zwischen zwei Begrifen zu verzichten und den Anfangsbuchsten des zweiten Wortes im zusammegefügten WortGebilde gross zu schreiben. Auf jeden Fall sind paintr, lettr, rivr oder metr z.B. als Domainnamen (und zum Teil auch als Produktnamen) bereits registriert.

Wortverkürzungen gehen wohl mit der Geschichte technischer Kommunikation einher. Zum Begriff bodyline aus der Welt des Cricketspiels ist bei Wikipedia die folgende Anekdote zu lesen: »In 1932, Sydney journalist Hugh Buggy who worked for The Sun ... sent a telegram to his newspaper from the Test after a day's play. As a substitute for 'in the line of the body' he used the term "bodyline", to keep the cost down.« Beim Telegramm mit Wörtern sparen ist genauso wie die Notwendigkeit bei einer 160-Zeichen-SMS sich kurz fassen zu müssen Anlass für's Wortkrzn.

P.S. Da das Motorola-Telefon wohl doch nicht so gut zu sein scheint wie uns die Reklame glauben lassen möchte, hat die Zeitschrift Fortune eine Produktbesprechung mit »Moto's ROKR is a STINKR« betitelt.