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The medium is the massage

Zufällige Klärung einer Frage, die mich vor langer Zeit mal beschäftigte: Auf der offiziellen Marshall McLuhan-Webseite gibt es in einer Fragen- und Antwortenliste eine Erklärung wie der Titel eines seiner bekanntesten Bücher entstanden ist.

Why is the title of the book "The medium is the massage" and not "The medium is the message"?

Actually, the title was a mistake. When the book came back from the typesetter's, it had on the cover "Massage" as it still does. The title was supposed to have read "The Medium is the Message" but the typesetter had made an error. When Marshall McLuhan saw the typo he exclaimed, "Leave it alone! It's great, and right on target!" Now there are possible four readings for the last word of the title, all of them accurate: "Message" and "Mess Age," "Massage" and "Mass Age."

FAQS - Marshall McLuhan

August 13, 2007

 

Begriffe bei eBay kaufen

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Noch immer gibt es Optimierungsbedarf für Maschinenlogik ... scheint es auf den ersten Blick. Doch vermutlich ist ein solches Ergebnis (»Begriffe günstig kaufen - Riesenauswahl zu Niedrigpreisen«) schon das Resultat einer gezielten Optimierungsstrategie, bei der über statistische Auswertungen Begriffe gesucht wurden, die von anderen nicht genutzt werden, um so mit geringsten Kosten eine breite Werbeeinblendung zu erzielen (bei der ausserdem auch nur die eigene Anzeige erscheint). Ob es überhaut noch Lexeme (und deren Pluralformen) gibt, die nicht als Trigger für Werbeeinblendungen benutzt werden?

October 16, 2006

 

Wenn die Wörter auswandern

Bis zum 30. September 2006 darf wieder bei einem neuen Wettbwerb um besondere Wörter der deutschen Sprache mitgemacht werden. Nach dem es im vorletzten Jahr galt, »Das schönste deutsche Wort« zu küren, und die Goethe-Institute von der Mitmachaktion kräftig profitierten, hofft der Deutsche Sprachrat erenut auf einen großen Zuspruch. Wer erinnert sich eigentlich noch an den Gewinner von 2004? Die Habseligkeiten waren es, die den größten Zuspruch der Jury fanden.

Dieses Jahr sollen mit dem Wettbewerb Wörterwanderung die beliebtesten bedeutungsmutierten Auswanderer der deutschen Sprache gefunden und präsentiert werden. Es geht um deutsche Wörter, die als Lehnwörter in fremden Sprachen eine andere Bedeutung als in Deutschland angenommen haben. Die Arbeitsgemeinschaft bestehend aus dem Goethe-Institut, der Gesellschaft für deutsche Sprache und dem Institut für Deutsche Sprache hofft auf Hilfe, »deutsche Wörter in anderen Sprachen zu finden und deren Bedeutung zu verstehen«. Dabei muss als ewiges Beispiel das Wort »Arbeit« herhalten, das im Japanischen als arubaito (アルバイト) und im Koreanischen als areubaiteu (아르바이트) übernommen wurde. In Asien hat der übernommene Begriff der Arbeit nur die Bedutung von »Job« (Aushilfsjob, Studentenjob ...), und dies mag für die deutsche Seele möglicherweise schwer verdaulich zu sein. Hannah Arendt schrieb einmal, es sei eine wohlbekannte Tatsache, dass die Deutschen seit Generationen ins Arbeiten vernarrt seien.

Der Wettbewerb ist Teil eines Projekts des Goethe-Instituts zum Thema »Sprache in einer globalisierten Welt«: Die Macht der Sprache.

August 14, 2006

 

Der AOL-Corpus oder: GAU mit Suchanfragen

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Bericht der NY Times über eine Person, die trotz der Anoymisierung von veröffentlichten Suchanfragen gefunden werden konnte

Seit einigen Tagen berichten Blogs und Nachrichtenredaktionen über AOLs großes Missgeschick beim Umgang mit sensiblen Daten. Der abgehalfterte Online-Dienst hatte ca. 20 Millionen Suchanfragen von ca. 650.000 amerikanischen AOL-Nutzern über einen Zeitraum von 3 Monaten gesammelt. Diese Sammlung wurde in einem speziellen Research-Bereich auf die Firmenwebseite gestellt. An sich keine schlechte Idee und neben der nun wieder entfernten Super-Sammlung gab es bei den Test Collections auch noch andere Zusammenstellungen (der Link ist nicht mehr oder nur eingeschränkt zu erreichen). Für Marketingspezialisten, Webseitenoptimierer oder Linguisten durchaus ein gutes Angebot. So konnte z.B. eine Sammlung mit Anfragen, die mit einem englischen Fragewort formuliert wurden, geladen werden. Dabei waren die Zusammenstellungen aber auf die reinen Anfragen reduziert.

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August 10, 2006

 

Liberty Food

Manche eingeführten Begriffe lassen sich am Ende halt doch nicht ideologisch umbenennen. Als das »Good Old Europe« sich gegen den Irak Krieg von George W. Busch und seine Ölkumpels stellte, da kamen konservative US-Abgeordnete auf die gleiche Idee wie andere zuvor schon während des 1. Weltkriegs: Gängige Lehnworte aus dem Land eines politischen Gegners euphemistisch umzubenennen. So wurden als Reaktion auf Frankreichs Kritik an der us-amerikanischen Nahost-Politik French Fries, gewöhnliche Pommes also, zu Freedom Fries verklärt. Um 1915 wurde kein Sauerkraut mehr verkauft, es hieß Liberty Cabbage (siehe Wortgeschichten). Vielleicht braucht es noch ein paar mehr Begriffe für »Freiheit«, um auf politischen Speisekarten der Zukunft zumindest ein bisschen mehr Namenvielfalt zu erlangen.

Nun sollen einem dpa-Bericht zufolge auf den amerikanischen Speiseübersichten – auch auf denen der Kantinen im US-Repräsentantenhaus – wieder French Fries wie auch wieder French Toast stehen. Wer schon Freiheitsessen haben möchte, könnte ja Speisen aus dem eigenen Land entsprechend besetzen. »Freiheitsburger« und Co. passen aber nicht wirklich ins globale Marketingkonzept großer Fleischklopsbrätereien und sind wohl nur regional bzw. saisonal einsetzbar wie eine Suche nach »Liberty Burger« schnell zeigt. Spannender für die Großen sind dagegen Filialen vor oder in der Nähe der jeweiligen »Mission-Stationen«. So sitzen die Lieferanten heimattypischer US-Nahrung wie Pizza Hut, Burger King, Subway, Popeye's oder Taco Bell auch beim »Camp Liberty« in Abu Ghurayb.

Unter dem Slogan »Serving those who serve U.S.« berichtet die amerikanische Fachdienst-Webseite QSR Web (Ideas & Trends for the Quick-Service Restaurant) ausführlicher über die Truppenversorgung an den aktuellen Konfliktplätzen. Das Glücklichmachen der Soldaten erfreut auch die Unternehmen, die kräftig daran verdienen: »Providing food in a combat zone is a business venture, too. AAFES’ [Army & Air Force Exchange Service] 160 restaurants earned $80.1 million in total sales for 2005 at U.S. bases in Iraq, Afghanistan and Kuwait.« (http://www.qsrweb.com/article.php?id=754&prc=114)

August 04, 2006

 

Marke ZUNE

Microsoft hat mit seinem geplanten MP3-Player Zune wohl schon vor der ersten Auslieferung ein kleines Namenproblem, zumindest in Israel. Einem israelischen Blog zufolge, soll der Name in hebräischer Schreibweise die Bedeutung »F*ck« haben und damit voll daneben liegen (via Heise.de, die freundlicherweise The Word Company empfahlen). Das ewige Bedeutungsproblem also mal wieder, das bei der Einführung von globalen Marken entstehen kann?

Dabei hat alles sehr gut angefangen. Microsoft plant sehr viel Geld für Werbung auszugeben und setzt zunächst besonders auf virales Marketing übers Internet, so dass der Player schon vorher viel Bekanntheit erlange. Und der Branchendienst Markenbusiness.com beschreibt anerkennend in einem Markenkommentar wie geschickt Microsofts Markenanwälte bei der Registrierung der Marke für einen schnellen internationalen Schutz vorgegangen seien, und warum sie zunächst in Deutschland die Marke anmeldeten. Die deutsche Markenanmeldung ZUNE ist »Microsofts Trumpf im internationalen Markenkampf. Basierend auf der Marke lässt sich nämlich der internationale Schutz bei der World Intellectual Property Organization WIPO in Genf beantragen. Bei dieser Internationalen Registrierung auf Basis des Madrider Markenabkommens bzw. des Madrider Protokolls lässt sich die Priorität des Eintragungstages der Heimatmarke auf den internationalen Schutz übertragen. Das bedeutet, dass Microsoft Schutz in den USA mit der Priorität vom 11.07.2006 erlangen kann, nämlich dem Eintragungstag der Deutschen Marke.«

August 03, 2006

 

Neue-Wörter-Wörterbuch

Es gibt ein paar Eintragungsangebote für Wörter, die bisher nicht im Wörterbuch stehen. Seit Dezember 2005 betreibt der Wörterbuch-Verlag Merriam-Webster mit seinem Open Dictionary nun auch eine solche Online-Datenbank für von Benutzern vorgeschlagene Wörterbucheinträge. Auf der Verlags-Webseite steht dazu »a real-time chronicle of new words and senses based entirely on contributions from its users«. Zuvor gab es schon eine Sammlung, bei der die Top-Ten nach Häufigkeit der Worteinreichung ermittelt wurden.

Einem Pressetext zufolge befinden sich einige der Wörter, die in das »forum for word lovers« eingestellt werden, auch schon auf der Beobachtungsliste der Wörterbuch-Redaktion: »Some contributions to the Open Dictionary are words currently on the radar screen of Merriam-Webster’s editors«, z.B. fangirl/boy, noun: »a girl or boy that has an obsession with a person, place, or thing, sometimes stemming from a TV series, movie, or manga/anime«.

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January 23, 2006

 

Die teuersten Domains in 2005

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Teuer, teurer, noch teurer ... endlich gab es für 2005 nach dem Zusammenbruch der Web-1.0-Ökonomie wieder neue Rekorde beim Verkauf von Domainnamen zu vermelden. Im November wechselte die Domain Fish.com für 1,2 Millionen US-Dollar den Besitzer. Die Webadresse kostete noch mehr als z.B. mögliche Finanzdienstleistungsseiten wie Bills.com, Property.com oder Refinance.com, die ebenfalls unter den hochpreisig veräußerten Domainnamen rangierten. Diese schafften es jedoch nur auf Platz 2, 4 und 6 und bewegten sich in einem Preisrahmen von 964.500 bis 750.000 US-Dollar. Aber vielleicht werden unter fish-dot-com nach Schaltung eines Webangebots ja auch keine Fische verkauft werden ...

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January 11, 2006

 

Wörter des Jahres 2005

Es ist wieder mal so weit. Schon seit einiger Zeit schon trudeln »Die Wörter des Jahres« 2005 in die Medienwelt ein. Mit der letzten Woche veröffentlichten Wortliste der American Dialect Society scheint es nun erstmal damit zu einem Ende gekommen zu sein. Nur das deutsche »Unwort des Jahres« fehlt noch und wird wohl wie die Jahre zuvor wieder im Februar der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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January 09, 2006

 

Blöde Namen

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Der kleine Oliver Google, der im Mai 2005 das Licht der Welt erblickte und auch schon eine eigene Webseite unter google-kai.com hat.

Baby wurde Version 2.0 genannt
Weil die Nachfolgeversion immer eine Verbesserung zu werden verspricht, nannte ein Vater seinen Sohn bereits in 2004 Version 2.0. Es scheint, als wolle die Version 1.0 damit eine Familientradition begründen. Gegenüber interessierten Journalisten dachte er das Bezeichnungsmodell schon weiter: Sein Sohn, der mit vollem Namen »Jon Version 2.0« heisst, könne seinem Kind dann den Namen »Version 3.0« geben.

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January 05, 2006

 

Das teure Dutzend

EURid, The European Registry of Internet Domain Names, hat eine Liste mit den zehn häufigsten Domainnamen-Anmeldungen veröffentlicht, die zum Beginn der Sunrise-Periode für die neue Top-Level-Domain .eu eingingen. Demnach muss Europas Bedarf groß sein nach sex.eu (234), hotel.eu (122), travel.eu (97), jobs.eu (93), hotels.eu (92), casino.eu (84), business.eu (80), poker.eu (79), golf.eu (75), shopping.eu (71). Auf einer älteren Liste waren zwölf Domains genannt, mit dabei waren noch music.eu (64) und porn.eu (63).

Es bleiben also nicht nur die Fragen nach eu-weiten Übernachtungs- und Einkaufsmöglichkeiten oder nach der Befriedigung von Trieb- und Spielbedürfnissen, die von den zukünftigen Webseitenbetreibern beantwortet sein wollen. Es bleibt auch die Frage, wofür all diese Begriffe zuvor als Marken angemeldet wurden, um erfolgserhoffend am Wettkampf um den jeweiligen Domainzuschlag teilnehmen zu können. (siehe auch dot eu)

December 22, 2005

 

Dot EU

Seit heute können .eu-Domainnamen registriert werden, fast schon eine Sensation nach jahrelangem bürokratischen Vorbereitungszauber. In der »Sunrise«-Periode können bei der EURid zunächst Inhaber so genannter »früherer Rechte« eine europäische TLD-Domain anmelden, d.h. mitmachen darf, wer Rechte an einer eingetragenen Marke, einer geografischen Angabe oder einer Ursprungsbezeichnung oder am Namen einer öffentlichen Einrichtung hat. Ab 7. April 2006, wenn die »Landrush«-Periode beginnt, dürfen dann alle anderen versuchen, die noch freien Begriffe als EU-Domain zu belegen.

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December 07, 2005

 

Die häufigsten Passwörter

God, Love, Sex, Money - eine tolle Kombi. Diese vier Begriffe sollen einigen Presseberichten vom Oktober diesen Jahres zufolge die am häufigsten genutzten Passwörter sein (zumindest in Amerika). In einem Newsletter der Stanford Universität vom Januar 2005 tauchen sie auch schon auf. Dort waren sieben Begriffe aufgeführt, wobei Platz eins vom »Null-Passwort« und Platz sieben vom »Passwort-Passwort« belegt wurden: »1) no password at all, 2) sex, 3) love, 4) god, 5) secret, 6) money und 7) password«. Ansonsten sind Namen von Familienangehörigen, Haustieren, oder einfach der wiederholte Login-Name beliebt, was nichts neues ist. Auch »123« (oder »123456«), »qwerty« oder Namen von Wochentagen kommen wohl oft zum Einsatz. Briten scheinen auch noch besonders gerne den Namen einer favorisierten Fussballmannschaft oder das eigene Geburtsdatum zu verwenden.

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November 30, 2005

 

CIA warnt vor falschem Käse

Der Verband italienischer Landwirte, der das gleiche Akronym wie der amerikanische Geheimdienst verwendet, warnte bereits im Sommer vor »gefälschtem« Parmesankäse. Besonders Engländer sollen immer häufiger zu falschen Käse greifen, also Hartkäsevarianten über Nudelgerichte reiben, die nur vorgeben wie echter Parmesankäse zu schmecken und noch dazu nicht aus oberitalienischer Region stammen. Da die Namen parmigiano reggiano bzw. in Deutschland Parmesan seit 1996 geschützte Ursprungsbezeichnungen sind, dürfen sie nicht für an anderem Ort hergestellten Käse verwendet werden. So entstanden Namensvarianten wie beispielsweise Reggianito oder Parmesão, die dem Originalnamen stark ähneln. Klar, dass da der Landwirteverband Confederazione italiana agricoltori »die Verbraucher in Zukunft besser ... schützen« will, wie der Branchendienst Markenbusiness berichtete. Gorgonzola, Mortadella und Chianti sollen ebenfalls in großem Umfang beliebt für Fälschungen sein - angeblich ein Geschäft mit 52 Milliarden EUR Jahresumsatz.

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November 29, 2005

 

Neue Wörter

An der Uni Tübingen (Seminar für Sprachwissenschaft) werden fleissig Neologismen gesammelt. Unter dem Titel Die Wortwarte tragen Lothar Lemnitzer und Tylman Ule seit dem Jahr 2000 Neologismen der deutschen Sprache zusammen. Die »Wörter von heute und morgen« sind als alphabetisch oder thematisch sortierte Listen aufzurufen. Zu jedem Begriff gibt es einen kurzen Nachweistext und, wenn das Wort schon länger in der Liste ist, auch eine aktualisierte Google-Ergebniszählung zur Häufigkeit der Nutzung. Zum Themenbereich »Kunst« sind nur sehr wenige Begriffe zusammengekommen: »Antiillusionsraum«, »Banalobjekt«, »Bio-Artist«, »Event-Installation«, »Konzeptkitsch«, »Narko-Realismus«, »Sprachfarbseparee«, »Trash-Time«. Neue Begriffe entstehen mehr in markt-dynamischeren Bereichen wie Informationstechnologie oder Telekommunikation: »Einweg-Handy«, »Zwei-Wege-Funkrufgerät«, »Weihnachts-Klingelton-Service«, »Sprach-Call« oder »Sowohl-als-auch-Handy und »Rund-um-die-Uhr-in-alle-Netze-Preis«.

November 24, 2005

 

Kanzlerinnen-Webseite

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Spekulativ ist es nach wie vor, bei der zum Verkauf stehenden Domain kanzlerin.de mitzubieten. Aber mit großer Wahrscheinlichkeit wird es Frau Merkel trotz aller politischen Irritationen der letzten Tage schaffen, als erste deutsche Kanzlerin in die Geschichte einzugehen. Ob damit dann diese Domain tatsächlich ein Knüller sein wird, sei dahin gestellt. Immerhin gibt es aber bei Sedo.de, dem deutschsprachigen Ableger eines international tätigen Domainbrokers und -dienstleisters, schon 14 Angebote für die Domain, die vom Anbieter mit einem kurzen, vermutlich standardisiertem Text beworben wird: »Exzellente Domain und ein hervorragender Besucher-Zubringer auf Ihre Homepage. Diese Domain wird oft durch direkte Browsereingabe aufgerufen und hat demzufolge enormes Potential! Die Nutzung passender Internetadressen gilt als eine der preiswertesten und effizientesten Online-Marketingmassnahmen überhaupt. Durch Suchmaschinentreffer oder intuitive Direkteingaben im Browser können Sie damit die Besucherzahlen auf Ihrer Website dauerhaft vervielfachen. Bei Interesse geben Sie Ihr Gebot ab, denn nur ein Name mit hohem Wiedererkennungswert bringt Ihnen den gewünschten Erfolg.«

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November 03, 2005

 

Royal Flash - der königliche Unterschied

Die feinen Unterschiede zwischen dem englischen Englisch und dem amerikanischen Englisch sind selbst für die nativen Sprecher nicht immer ganz klar. Die Webseite The Best of British - The American's guide to speaking British hat in sieben Kapiteln die wichtigsten Details zusammengestellt; mehr als 1.000 Wörter und Redewendungen, die sich bei der praktischen Sprachanwendung diesseits und jenseits des grossen Teichs unterscheiden, sind versammelt. Jeden Tag kann man sich gut einen neuen Abschnitt auf der Zunge beim stummen Lesen zergehen lassen. Das Projekt entstand in Form einer kleinen und feinen, zur Unterhaltung guter Freunde geschriebenen Wortliste, die das britische Ehepaar Effingpot während eines zweijährigen USA-Aufenthalts verfasste. Später als Buch veröffentlicht sollen davon mittlerweile insgesamt vier Auflagen mit mehr als 30.000 Exemplaren verkauft worden sein.

Speziell für deutschsprachige Touristen gibt es ausserdem ein paar faksimilierte Seiten aus dem Buch. Dort heisst es z.B. »Don't ask for a check at the end of a meal in the UK--you’ll just confuse the waiter or waitress. They won’t know whether you want a health check, spell check or a time check! Ask for the bill.«

November 01, 2005

 

Developed Experience and Transferable Skills

Welche Wörter in einer (englischsprachigen) Jobbewerbung unbedingt drin stehen sollten und welche besser nicht, wurde in einer Studie der University of Hertfordshire ermittelt.

Die Top-Ten-Wörter, die eine Bewerbung erfolgreich machen, sind demnach
Achievement
Active
Developed
Evidence
Experience
Impact
Individual
Involved
Planning
Transferable skills

Und die Zehn Wörter, die unbedingt vermieden werden sollten, sind
Always
Awful
Bad
Fault
Hate
Mistake
Never
Nothing
Panic
Problems

Eigentlich nicht besonders überraschend, dass Bewerber und Bewerberinnen besser auf negativ konnotierte Begriffe und Pauschalisierungen verzichten und dagegen mit dem Versprechen eines dynamischen Engagements zu glänzen versuchen. Bestimmt gibt es bald auch automatisch arbeitende Webseiten, die basierend auf diesen Begriffsvorgaben Bewerbungstexte »kritisch« prüfen.

October 31, 2005

 

White Elephant

Dass es Phrasen und Redewendungen zum Körper bzw. mit metaphorischen Körperbezug gibt, ist klar, auch in der englischen Sprache. Die auf englische Redewendungen spezialisierte Webseite The Phrase Finder hat einige vorsortierte Themengruppen zusammengestellt. Neben ein paar »Phrases from Shakespeare«, Bibelsprüchen oder geschlechterspezifisch genutzten Idiomen gibt es eine Sammlung mit ca. 650 Phrases related to the body:

A headless chicken is A pain in the arse. Every no-brainer has A nose for crime or at least a A nose for trouble. With An ear for music and An eye for a bargain your are As mad as a bear with a sore head and I am Banging your my head against a brick wall. Shoot yourself in the foot and keep on going...

Keep your ear to the ground
Keep your eye on the ball
Keep your finger on the pulse
Keep your hair on
Keep your hand in

Keep your mouth shut
Keep your nose out of
Keep your pecker up
Keep your shoulder to the wheel

Ansonsten bietet die Datenbank etwa 2.000 englische Sprichwörter und Redewendungen zum Nachschlagen. Nicht besonders viele Einträge, ein idiomatisches Wörterbuch in Standardgröße bringt es zumeist auf 5.000 oder mehr Stichwörter. Dafür aber war beispielsweise die etymologische Erklärung für den Begriff »A White Elephant« mit der Bedeutung »Something that is more trouble than it is worth« ganz gut: White (albino) elephants were regarded as holy in ancient times in Thailand and other Asian countries. To keep a white elephant was a very expensive task, since you had to provide the elephant with special food, and provide access for people who wanted to come and worship it. If a Thai King became, for some reason, dissatisfied with a sub-king, he would give him a white elephant. The gift would, in most cases, ruin the recipient.

October 26, 2005

 

Vokale streichen

Vokale vor einem abschliessenden r zu streichen, besonders ein e, scheint bei der Entwicklung von englischsprachigen Produktnamen immer häufiger vorzukommen. Die bekannte Fotocommunity-Webseite Flickr oder der Mobilfunkgeräte-Hersteller Motorola mit den Modellen Razr oder dem neuen iTunes-kompatiblen Rokr machen es vor, wobei bei letzerem auch gleich noch ein c gestrichen wurde. Für gemeinfreie Wörter wird so nicht nur die Möglichkeit zur Schutzfäigkeit erhöht, auch die Aufmerksamkeit ist zumindest solange man zu den ersten gehört noch ziemlich hoch, wenn bekannte Wörter als Produktname »falsch« geschrieben werden. Und auch das Volumen an kurzen Domainnamen wird damit gesteigert. Vermutlich wird sich diese Bezeichnungsform weiter durchsetzen, so wie Apple Computer & Co. es in den 80er Jahren vormachten, auf Leerzeichen zwischen zwei Begrifen zu verzichten und den Anfangsbuchsten des zweiten Wortes im zusammegefügten WortGebilde gross zu schreiben. Auf jeden Fall sind paintr, lettr, rivr oder metr z.B. als Domainnamen (und zum Teil auch als Produktnamen) bereits registriert.

Wortverkürzungen gehen wohl mit der Geschichte technischer Kommunikation einher. Zum Begriff bodyline aus der Welt des Cricketspiels ist bei Wikipedia die folgende Anekdote zu lesen: »In 1932, Sydney journalist Hugh Buggy who worked for The Sun ... sent a telegram to his newspaper from the Test after a day's play. As a substitute for 'in the line of the body' he used the term "bodyline", to keep the cost down.« Beim Telegramm mit Wörtern sparen ist genauso wie die Notwendigkeit bei einer 160-Zeichen-SMS sich kurz fassen zu müssen Anlass für's Wortkrzn.

P.S. Da das Motorola-Telefon wohl doch nicht so gut zu sein scheint wie uns die Reklame glauben lassen möchte, hat die Zeitschrift Fortune eine Produktbesprechung mit »Moto's ROKR is a STINKR« betitelt.

September 27, 2005

 

Datenbank der Abkürzungen

Nach eigenem Bekunden bringt es Acronyma.com als »the largst database of acronyms and abbreviations on the web« auf eine Sammlung von ca. 470.000 Akronymen. Aus sieben europäischen Sprachen können Ergebnisse angezeigt werden. Wer selbst eine Buchstabenkurzform für irgend etwas verwendet, kann diese zur Aufnamne in der Datenbank vorschlagen.

Hier die ersten 15 von ca. 50 Ergebnissen für die Kurzform ABC, sortiert nach Relevanz der Begriffe (wer auch immer eine solche Bewertung nach was für Kriterien vorgenommen haben mag).

ABC Australian Broadcasting Corporation
ABC Activity-Based Costing
ABC Atp-Binding Cassette
ABC Audit Bureau of Circulations
ABC American Baptist Churches
ABC Alcoholic Beverage Control
ABC Australian Broadcasting Corp
ABC Associated Builders and Contractors
ABC Avidin-Biotin Complex
ABC American Broadcasting Company
ABC American Bowling Congress
ABC Activity Based Cost
ABC A Big Country
ABC Anarchist Black Cross
ABC American Broadcasting Corporation
...

September 05, 2005

 

Was für ein Wort!

Unechtmuster

August 31, 2005

 

Suchmaschinen testen

Nachdem Yahoo! vor kurzer Zeit behauptet hat, einen größeren Seitenindex als Google zu haben, sind Wissenschaftler vom NCSA (University of Illinois at Urbana-Champaign and the National Center for Supercomputing Applications) der Größenfrage detailliert nachgegangen. Unabhängig davon, wer denn von den beiden nun wirklich »den größten« hat, ist das Testverfahren als solches interessant, das auf der Seite A Comparison of the Size of the Yahoo! and Google Indices kurz beschrieben wird.

Da es für Aussenstehende nicht wirklich möglich ist, die genaue Anzahl der durch die Suchmaschinen katalogisierten Webseiten zu erfahren, entwickelten die zwei Forscher Matthew Cheney und Mike Perry (unter Obhut von Dr. Orville Vernon Burton) ein Annäherungsverfahren. Keine der beiden Suchmaschinen zeigt mehr als tausend Ergebnisse zu einer Anfrage an. So musste ein Weg gefunden werden, Anfragen zu formulieren, die weniger als tausend Treffer erzielen, um die Menge der erfassten Seiten zu einer Anfrage vergleichen zu können. Mittels eines kleines PERL-Skripts wurden aus einer Wortliste mit 135.069 englischen Wörtern (aus Ispell, an interactive spell-checking program for Unix) zehntausend Mal jeweils zwei Wörter zufällig ausgewählt und als Suchanfrage an die Suchmaschinen übergeben. Durch Kombination zweier beliebiger Begriffe war die Hoffnung groß, vor allem die Anzahl der Seiten zu unbedeutenden Themen bestimmen und darauf basierend eine Indexgröße berechnen zu können.

Das Ergebnis ist schon überraschend: Nicht dass Google demnach mehr Ergebnisse lieferte, sondern in welchem Umfang! Im Durchschnitt sind es wohl 166,9% mehr Treffer, die Google gegenüber Yahoo! anzeigt. Nur bei 3% der Anfragen lag Yahoo! vorne und bei weniger als 1% der Anfragen (29 von 10.012) hatten beide die gleiche Ergebniszahl.

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August 16, 2005

 

Q

Der Kampf um Buchstaben geht weiter. Irgendwann bald wird das ganze Alphabet als Marken aufgeteilt sein (oder vielleicht ist es das schon?). T-Bindestrich-Kombinationen sind in Deutschland schon pauschal vergeben und auch E und X sind weltweit sehr begehrt. Nun streiten sich seit März diesen Jahres Nissan und Audi um den Buchstaben Q. 25 Jahre Audi Quattro haben nicht gereicht, um das Q alleine zu bekommen - damals wurde aber auch noch ein ganzes Wort genutzt, um den Vorteil des Wagens gegenüber anderen zu kommunizieren. Der dynamische Begriff stand zugleich für die Dynamik des Vierradantriebs. Nun möchte Audi einen weiteren spritfressenden Geländewagen für Landausflüge auf den Markt bringen, angekündigt als Q7. »Quatsch hoch sieben« sagt anscheinend der japanische Wettbwerber Nissan in Amerika dazu, denn der verkauft dort schon länger, genauer seit 1989, Wagen seiner Luxusmarke Infinity mit dem Zusatz Q gefolgt von einer Zahl, z.B. Q45 und auch QX4. »the new Q«, diesen eher langweiligen Werbespruch hat Nissan sich zusätzlich als Marke gesichert. Mal sehen, was das für ein Urteil geben bzw. zu welchem Preis eine aussergerichtliche Einigung stattfinden wird.
(siehe auch Wem gehören die Wörter?, »Streit ums Wort«)

June 24, 2005

 

Please run with cake in socks marathon

Es ist schon einige Jahre her, da überraschte mich eine Freundin, die von einer Amerika-Reise zurückgekommen war, mit einem schönen Mitbringsel, einer der ersten Versionen von Magnetic Poetry. Die magnetischen Worttäfelchen waren sympathisch klein und schlicht mit schwarzen Buchstaben auf weißer Grundfläche beschriftet. Der »Wortschatz« in der kleinen Box war Englisch und hatte noch kein Fachvokabular, war eher bescheiden für den gemeinen Alltag ausgerichtet. Nun scheint es neben mehreren Sprachversionen, unterschiedlichen Größen und Farben auch fachspezifischere Wortzusammenstellungen als Gedicht-Bausatz zu geben. Mit der Suche nach entsprechenden Tags (wie »magnetic poetry«) bei Flickr oder mit den Bildersuchen bei Google und Yahoo! lassen sich Fotos von Kühlschrank-Gedichten finden - hier eine Auswahl mit gefundenen Textstücken:

please run with cake in socks marathon

how there is empty mess
from orginal impression paint this smoke

embrace the blue sky
please always sing young child

dark beautiful passion
love is torture deep

verlass das Antlitz
nimm den Schrei

sky play fast
I want the summer sun to shine on me

if lazy death from above has come
by a tree I jump on you

full of red wine I did explore her

June 15, 2005

 

Du kannst meinen Namen ändern

Es scheint immer mehr eBay-Angebote zu geben, den eigenen Namen gegen Geld in den Namen einer Firma oder in den eines Produkts zu ändern. Das verdirbt dann wohl auch die Preise, denn die 3.000 Dollar, die zwei Brüder aus Amerika schließlich dafür bekamen, sind nicht viel. Es gab schon weitaus höhere Beträge - und auch noch für eine Einzelperson. Käufer war wohl auch hier das nun schon allseits bekannte Online-Casino Goldenpalace, das der echte Gewinner bei all diesen Auktionen zu sein scheint.

Richard und Daniel, wie die beiden Brüder hiessen bis sie ihr »Namensrecht« verkauften, priesen sich marktschreierisch mit vielen Versalien auf ihrer Angebotsseite der virtuellen Auktionsplattform an:

WILL LEGALLY CHANGE OUR NAMES TO ANYTHING YOU WISH!!!!

Hi, my name is Richard....and this is my brother Daniel....but I have a funny feeling this won't be my name that much longer! (...) we are not copy cats....we are the real thing (...)

WE WILL CHANGE OUR FIRST, MIDDLE, and LAST name to anything you wish....THE CATCH IS..... THERE IS NO CATCH!!!

THERE ARE NO LIMITS....NAME US ANYTHING!!

THIS IS THE REAL THING PEOPLE!! (...)

OUR NAMES WILL BE WHATEVER YOU WISH THEM TO BE!! WE WANT PEOPLE TO TRUST US ON THIS....THAT'S WHY WE BUILT UP OUR FEEDBACK TO 50 JUST TO MAKE SURE. THIS JULY WE WILL PROVIDE ALL LEGAL DOCUMENTS TO THE WINNING BIDDER SO YOU KNOW THAT OUR NAMES HAVE BEEN CHANGED TO WHAT YOU DISIRED. THAT's RIGHT! YOU ARE BIDDING ON THE RIGHT TO CHANGE OUR NAMES TO ANYTHING YOU WISH! WE'RE TIRED OF PEOPLE SAYING THEY WILL CHANGE THEIR NAMES TO WHAT YOU WANT...BUT THEN THEY START LISTING WHAT THEY WON'T BE NAMED...WELL.....IT'S TIME TO MAKE HISTORY PEOPLE.....THE ULTIMATE NAME CHANGING AUCTION IS RIGHT HERE, RIGHT NOW! (...)

WE'RE SO PROUD TO INSPIRE AMERICA!!

Lustiger war da dann doch die Auktion einer siebenköpfigen Familie - Mama, Papa und fünf Kinder -, die sich ein wenig Feriengeld dazu verdienen wollten. Ihr erfolgreich versteigertes Angebot war das Tragen von T-Shirts mit Werbeaufdruck während ihrer sechzehntägigen Urlaubsreise, die sie 4.400 Meilen durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten führen sollte.

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Auch hier war das Online-Casino schließlich der Höchstbietende und erhielt den Zuschlag bei 305 Dollar.

June 14, 2005

 

Joojooflop

Bei Wikipedia hat sich jemand (oder auch ein paar »jemands«) die Mühe gemacht, eine Wortliste mit Schimpfwörtern und Flüchen aus Romanen bzw. filmischen Erzählungen zusammenzustellen (List of fictional curse words). Dort finden sich z.B. boll-yotz, felgercarb oder goofjuice aus unterschiedlichen Werken stammend, die alle drei für »Schei...« stehen. Oder cruk, frag, fraz, frinx und jitat, die neben vielen weiteren für »f...ck« stehen. Eine ideale Liste für alle, die exotisch fluchen und bei Unverständnis der anderen mit ihrem großen Kulturwissen auftrumpfen wollen. Der Titel hier stammt übrigens aus The Hitchhiker's Guide to the Galaxy, ein Beispielsatz statt Erklärung ist beigefügt, »One whole joojooflop situation«.

June 03, 2005

 

Mein Wort ist nicht im Wörterbuch

Merriam Webster als einer der wichtigsten amerikanischen Wörterbuchverlage macht sich mit der Online-Version seines Wörterbuchs ein schönes Vergnügen. Leser, sprich: Besucher der Seite sind aufgefordert, ihre Lieblingswörter einzureichen, die nicht im Wörterbuch stehen. Aus mehreren tausend Einreichungen zumeist selbstgemachter Wortschöpfungen wurde eine Top-Ten-Liste gebildet. Auswahlkriterium war die Häufigkeit der eingereichten Wortvorschläge.

Im Gegensatz zu den Protonymen von The Word Company, die auch nicht im Wörterbuch stehen, handelt es sich bei den Einreichungen um englische Neologismen. Die meisten davon sind einfache Zusammenziehungen wie das Wort snirt für »schmutziger Schnee« (aus »snow« und »dirty«) oder chillax für »das entspannte Herumhängen mit Freunden« (zu »chill out« und »relax«). Etwas stärker scheint da noch slickery für »eine nasse vereiste Oberfläche«. Beim Spiel um Neologismen erstaunt es nicht, dass Eintrag Nr. 10 der aktuellen Liste einen lingweenie nennt, »eine Person, die nicht in der Lage ist, Neologismen zu bilden«.

Auf einer weiteren Seite, die über oben genannte zu erreichen ist, sind Beispiele früherer Einreichungen thematisch nach Gruppen sortiert zusammengestellt. Es scheint ein Bedürfnis zu geben, Begriffe zwischen bestehenden Begriffen zu bilden, ob es dafür jedoch in der täglichen Sprachpraxis einen Bedarf gibt, bleibt offen. So steht der spinter beispielsweise für die Zeit zwischen »winter« und »spring« (Frühjahr) und sprummer für eine Zeit, wenn sich Sommer und Frühjahr nicht entscheiden können, wer von beiden als nächstes kommt, während der sprog mit einer Geschwindigkeit zwischen »sprint« und »jog« schon längst davongeeilt ist. Doch ist diese Liste etwas umfangreicher und bietet neben den »Inbetween«-Neologismen auch andere Beispiele englischsprachiger Wortschöpfungskunst wie den vidiot. Nur warum soll dieser Begriffsvorschlag diejenigen bezeichnen, »die nicht in der Lage sind, einen Videorekorder zu programmieren« und nicht diejenigen, die sich das Programm zur Bedienung des Gerätes ausgedacht haben, oder diejenigen, die schlechte Filme schauend vor den flimmernden Kisten auf der Couch im Wohnzimmer verblöden?

May 30, 2005

 

Dies ist kein Papst Golf

Als passende Ergänzung zu seinem Jungfrauen-Käse hat das Team vom Online-Kasino GoldenPalace.com nun auch den seit 10 Tagen durch die Presse geisternden Papst Golf ersteigert. Für 185.050,- EUR geht der Wagen, mit dem Joseph Kardinal Ratzinger vor seiner Wahl zum Papst Benedikt XVI. privat durch Rom gefahren ist, nach Amerika. Mehr als 8,4 Millionen Mal soll die Webseite mit dem angebotenen Pre-Papa-Mobil während des Auktionszeitraums aufgerufen worden sein. Schon zur Halbzeit galt der Artikel als das am häufigste aufgerufene Angebot bei eBay Deutschland.

Die Popularität des Angebots »Papst Golf« ließ andere eBay-Teilnehmer in der Headline-Gestaltung kreativ werden. Bevorzugtes Stilmittel für werbewirksame Papstheadlines war die Verneinung. »Kein Papst, kein Golf, kein TÜV«, »Peugeot 306 Cabrio Stossfänger nicht für Papst Golf«, »Gasgrill-GAZ Expert 2 (GAZ), leider kein Papst Golf«, »5 Furz Bonbons Scherzartikel nicht für Papst Golf«, »Kein Papst Golf aber eine schöne Uhr«, » Foto Joseph Ratzinger – Papst – Benedikt ohne Golf«, »SUPER KOMBIREIBE - lag nie im Golf vom Papst!!!«, »Golf GTI nicht vom Papst Ratzinger sondern vom Rentner«.

Wem der gebrauchte Wagen zu teuer ist, hat dank der Geschäftsidee eines der Anbieter die Möglichkeit, den eigenen VW Golf mittels Aufkleber aufzuwerten: »Ratzinger Golf – Autoaufkleber, Aufkleber, Papst, Golf – der Aufkleber zum Papst Golf!, Auch Ihr Golf kann ein Papst-Golf sein! Jetzt den Kult-Aufkleber bestellen.« oder sich mit einem Plotter und Klebefolien das Auto gleich selbst zu beschriften »der Papst könnte diesen Schneideplotter für sein Golf ...«

Manche Produkte scheinen erst durch die Nähe zum genannten Wagen vollkommen zu werden, so sind einige Blusen und Hemden »ideal zu tragen im Papst Golf«. Ein rhetorischer Meistergriff war diese Headline »Taschentuch. Hat es der Papst im Golf IV verloren????? – Gefunden am Petersplatz in Rom. DIE SENSATION!!!!!« Neben Automobil-Zubehör und Spielzeugautos kamen auch Dienstleistungen und immaterielle Güter in Form von Papstnamen-Domains zur Versteigerung. Gesichtsverschönerungen einerseits »Damit Sie im Papst-Golf auch richtig gut aussehen!!! Neu! Das Facelifting ohne OP und Spritze!« und Domains, die trotz großem Zukunftsversprechen auch nicht interessanter werden, andererseits »Hallo, ich biete Euch hier die einmalige Chance an, eine Domain zu erwerben, die in naher Zukunft sehr wertvoll sein wird. ...«

May 06, 2005

 

Jungfrauen-Käse

Wer erinnert sich noch an eine beim globalen Auktionshaus eBay versteigerte Scheibe Schmelzkäse, bei der sich im Inneren der Käsefläche eine Zusammenballung gebildet hat, die vage an eine Darstellung der heiligen Jungfrau Maria erinnert? Manch kurioses Angebot auf dem privaten Auktionsmarkt erzielt Höchstpreise. Je absurder, so scheint es, um so höher steigt der Preis. Der Virgin Mary Grilled Cheese ging in die Annalen kurioser Internet-Auktionen ein. Ersteigert wurde er vom Online-Spielkasino GoldenPalace.com. Dieses hat schon vor einiger Zeit entdeckt, dass genau solche Auktionen großes Medieninteresse wecken und eine ideale Form der Werbung darstellen. Zum einen ist sie im Vergleich zu Print- und TV-Kampagnen äußerst preisgünstig (und wahrscheinlich ist sie auch billiger als das kontinuierliche Füttern von Ad-Banner-Farmen). Zum anderen darf in Amerika für das netzbasierte Glücksspiel mit einem klassischen Medienmix gar nicht erst geworben werden, was das öffentlichkeitswirksame Engagement zugleich zu einer der wenigen möglichen Werbeformen macht. So ersteigerte GoldenPalace.com z.B. das Recht, eine neu entdeckte Affenart aus dem Bolivianischen Urwald neu benennen zu dürfen. Dreimal darf geraten werden, welcher Name das wohl sein könnte. Auch für einen von bald auf die Welt kommenden Drillingen darf das Kasino Namensgeber werden, nachdem die Eltern dieses Recht für $12.000 versteigerten. Das ist ein gutes Ergebnis, andere Eltern verkauften das Namensgebungsrecht schon billiger. »Spread the Word«, der Name muss in Umlauf sein und das gelingt gut: Nach erfolgreich abgeschlossener Auktion hat eine andere Frau ihren bisherigen Namen von Terri Ilagan nun dauerhaft in den des Internet-Kasinos ändern lassen. Ob sie den Erlös von $15.199 als Spieleinsatz verwendet oder damit Schulden beglichen und unter neuem Namen ein neues Leben begonnen hat?

Weitere Lebensmittel, die im halbgeschimmelten Zustand an eine amerikanische Berühmtheit erinnern oder aber christlich-spirituelle Assoziationen wecken, wurden durch das Kasino ersteigert, genauso wie die Brustimplantate eines amerikanischen Busenwunders, was sich mit Hilfe selbiger bis zum Zeitpunkt der Versteigerung den Lebensunterhalt verdiente. Die Räder eines Rollstuhls, die Stirn eines Mannes, der große Busen einer Frau, der kugelrunde Bauch einer Schwangeren -- all das sind Werbeflächen, die von eBay-Mitgliedern zur zeitweisen Werbeanbringung angeboten und durch GoldenPalace ersteigert wurden. Das Persönliche wird zum Öffentlichen gemacht, wenn sich dafür ein Geldgeber findet. Bei erstmaliger Aktion ist die Geburt eines Kindes ein perfektes Marketing-Event, wenn das Neugeborene schon nach dem Abklemmen der Nabelschnur vor dem Logo des Sponsors liegt.

Und der Jungfrauen-Käse scheint selbst schon wieder Einnahmen zu generieren, schließlich ist das Bild der Marienerscheinung nun auf T-Shirts erhältlich.

April 27, 2005

 

Die Namen der Päpste

Bei Wikipedia gibt es eine Liste der über die Jahrhunderte verwendeten Papstnamen, aufgeteilt in zwei Gruppen, die eine mit Namen, die von mehreren Päpsten, und die andere mit Namen, die jeweils nur von einem Papst gewählt wurden.

Namen, die von mehreren Päpsten genutzt wurden:
Adeodatus, Agapitus, Anastasius, Alexander, Benedikt, Bonifatius, Coelestin, Constantinus, Damasus, Eugen, Felix, Gelasius, Gregor, Hadrian, Honorius, Innozenz, Johannes, Johannes Paul, Julius, Kalixt, Klemens, Leo, Lucius, Marcellus, Mariunus, Martin, Nikolaus, Paschalis, Paul, Pelagius, Pius, Sergius, Silvester, Sixtus, Stephan, Theodor, Urban, Viktor

Namen, die jeweils nur von einem Papst genutzt wurden:
Agatho, Anaklet, Anicetus, Anterus, Cajus, Christopher, Cornelius, Dionysius, Donus, Eleutherus, Eusebius, Eutychianus, Evaristus, Fabianus, Formosus, Hilarius, Hormisdas, Hyginus, Konon, Lando, Liberius, Linus, Marcus, Miltiades, Petrus, Pontianus, Romanus, Sabinianus, Severinus, Silverius, Simplicus, Siricius, Sisinnius, Soterus, Symmachus, Telesphorus, Valentin, Vigilius, Vitalian, Zacharias, Zephyrinus, Zosimus

Marcello Cervini, der am 9. April 1555 zum Papst gewählt wurde, war der letzte Papst, der seinen eigenen und nicht einen anderen Namen in lateinischer Form als Papstnamen wählte: Marcellus II. Er starb am 1. Mai 1555, vermutlich an Nierenversagen. Mit 22 Tagen war sein Pontifikat noch kürzer als die legendären 33 Tage von Johannes Paul I. Letzter, den Gläubigen als freundlich lächelnder und weltoffener Papst in Erinnerung geblieben, starb 1978 im sogenannten Dreipäpstejahr, was auch für 1555 gilt.

April 22, 2005

 

Benedictus Deus

Die Papstwahl als globales Ereignis weckte bei einigen Menschen vorausschauende Fähigkeiten, die sich rückblickend als eine lukrative Einnahmequelle herausstellen dürften. Sowohl in Deutschland als auch in Amerika erahnten zwei Zeitgenossen den Namen des zukünftigen Papstes zu einem Zeitpunkt, als Kardinal Ratzinger noch gar nicht öffentlich als würdiger Nachfolger Papst Johannes Paul II. verkündet worden war und und seinen selbstgewählten Papstnamen hatte nennen können. Der aus der katholischen Kirche ausgetretene Stefan Achatz aus München registrierte am 17. April die Domain papst-benedikt.de, nachdem er durch systematische Überlegungen zu dem Schluss gekommen war, dass der Name Benedikt XVI. mit hoher Wahrscheinlichkeit der gewählte Name sein wird. Den Namen Johannes Paul III. schloss er alleine schon wegen der großen Popularität des am 16. Oktober 1978 gewählten Vorgängers aus, genauso die Einzelvarianten Johannes XXIV. oder Paul VII. In der Geschichte der Papstnamen weiter zurückgehend, wie er auf seiner Webseite ausführt, entschied Achatz sich auch gegen Pius XIII. »aufgrund der diskussionswürdigen Haltung von Papst Pius XII. während [der Zeit des] des Nazi-Regimes«. So folgt weiter zurückgehend nach Pius XI. der als »Friedenspapst« in die Geschichte eingegangene Benedikt XV. Gibt es eine bessere Symbolik als in Zeiten von »Terror-Anschlägen, Selbstmord-Attentaten, Religionskriegen und Globalisierungskonflikten ... mit einem neuen Friedenspapst ein Zeichen zu setzen?« Neben diesen Erläuterungen führen Buchempfehlungen zu Amazon und Links am unteren Seitenrand zu den von ihm betriebenen Fitness-Studios.

Bereits am 1. April, lange also bevor ein »Habemus Papam« (»wir haben einen Papst«) überhaupt zu vernehmen gewesen wäre, registrierte Rogers Cadenhead aus Florida, USA gleich sechs, aus seiner Sicht mögliche Dot-Com-Namensvarianten, darunter BenedictXVI.com als Domains auf seinen Namen. Die weiteren mit ,com zusammengezogenen Namen sind Clement XV., Innocent XIV., Leo XIV., Paul VII., Pius XIII., alle Domains führen auf seine Webseite. Auch er ging wohl systematisch vor, scheint das Ganze aber mehr von der sportlichen Seite zu sehen, »My money's on one of these six names«. Und für die Anmeldung von JohnPaulIII.com und JohnXXIV.com kam auch der getaufte Katholik schon zu spät. Nachdem Gerüchte aufkamen, er habe die Domains »popesquatted« und könne BenedictXVI.com beispielsweise für unseriöse Weiterleitungen verkaufen, reagierte Cadenhead prompt. Unter dem Titel »A Pope is a Pope is a Pope«, einer Abwandlung von Gertrude Steins bekannten Satz »A rose is a rose is rose«, versichert er ergänzend auf seiner Webseite: »For the love of God, people, that's not going to happen. I will be running any plans I have for this domain by my own Catholic doctrinal enforcer, my never-miss-a-Sunday grandmother Rita.«

Beruhigend für die Katholiken der Welt, dass Oma Rita aufpassen wird. Gepriesen sei der Herr! Benedictus Deus in Angelis suis et in Sanctis suis.

April 21, 2005

 

Robodings, äh Roboternamen

Die Namen der japanischen Roboter, die pr-trächtig als Zwei- oder Vierbeiner auftreten, klingen toll. Asimo von Honda, Qrio und als weiteres Modell von SONY Aibo, der Roboterhund, der kein Häufchen auf die Straße machen wird. Zumindest Aibo (1999) und Asimo (2000) klingen japanisch und können gut mit dem japanischen Silbensystem geschrieben und gesprochen werden. Geheimnisvoll und eigensinnig wirkt der Namesklang auf europäische Ohren. Dabei sind die Namen wie einige andere bekannte Markennamen auch als profane Akronyme gebildet worden. Aibo bellt als »Artifical Intelligence (Ro)Bot« und Asimo wackelt als Vorzeigemaschine für »Advanced Step in Innovative Mobility«. »Qrio«, der mit hinzugewonnener Erfahrung im Jahr 2003 ebenfalls auf zwei Beinen laufend entstand, ist schon ein wenig mehr »advanced«. Der Gedanke »Quest for Curiosity« war Grundlage der Buchstabenzusammenziehung durch die Namensgeber.

Mark Tilden, ein kanadischer Roboterspezialist, der durch sein Roboterkonzept BEAM (»Biology Electronics Aesthetics Mechanics«) bekannt geworden ist, will zusammen mit der chinesischen Spielzeugindustrie richtige Roboter für wenig Geld entwickeln und vertreiben. Für seine Popularisierungsstrategie hat er mit »Robokomposita« ein anderes Nameskonzept: Robosapien, Robopet und einen Roboraptor. Ob letzter als Dinospielzeug für den Robo gedacht ist?

Spätestens wenn die Roboter in der Lage sein werden, sich selbst einen Namen zu geben, dann wird es sicherlich auch eine neue TLD (Top Level Domain) mit .ROB geben. In der Zwischenzeit kümmert sich die ICANN (Internet Corporation For Assigned Names and Numbers) erstmal um die ordentliche Vergabe der bald neu zugelassenen TLDs .JOBS und .TRAVEL. Und noch mehr neue TLDs sollen kommen, über .CAT, .POST und .MOBI wird aktuell verhandelt, die Vorschläge .ASIA, .MAIL, .TEL und .XXX werden diskutiert. Wie schön wäre in dieser Reihe noch eine »DOT FUN«.

Ach ja, natürlich meldet The Word Company schon jetzt und hier Ansprüche für human.rob an.

April 13, 2005

 

The young girl gave no clear response

Hello, can you hear me? -- A list of phrases to check the telephone connection, called the Harvard Sentences, was published in 1969 by the AIEE (American Institute of Electrical Engineers). 72 blocks, each of them with 10 lines. 720 variations build the test: »Can you hear me?« »Yes, I can hear you.« »Really, that's great. Could you, please, repeat what I said?«

Rice is often served in round bowls.
Large size in stockings is hard to sell.
The boy was there when the sun rose.
Two blue fish swam in the tank.
The young girl gave no clear response.
The lazy cow lay in the cool grass.
A saw is a tool used for making boards.
The fruit peel was cut in thick slices.
There are more than two factors here.
A pound of sugar costs more than eggs.
Split the log with a quick, sharp blow.
The slang word for raw whiskey is booze.
He said the same phrase thirty times.
The pencils have all been used.
The child almost hurt the small dog.
The cement had dried when he moved it.
The lamp shone with a steady green flame.
The prince ordered his head chopped off.
The houses are built of red clay bricks.
Fruit flavors are used in fizz drinks.
These pills do less good than others.
The gold ring fits only a pierced ear.
The plant grew large and green in the window.
When you hear the bell, come quickly.

etc., etc.

April 12, 2005

 

Teure Vertipper

Nun gibt es endlich ein Maß, für wie viel Geld eine Domain mindestens verkauft werden sollte: US$ 1.640,-. Soviel zahlte das Marketing-Unternehmen Marchex pro Domain als es Ende Februar 2005 für 164,2 Millionen Dollar die Firma Name Development erwarb, die 100.000 »ungenutzte« Domains registriert hat. Größtenteils sollen Gattungsbegriffe bzw. Lexem-Kombinationen und auch ein paar sogenannte Vertipper-Domains das Domainkonvolut bestimmen. Die für Suchmaschinen optimierten Werbeseiten, die unter diesen Domains zu erreichen sind, sollen angeblich ca. 17 Millionen Besucher pro Monat generieren.

Wörterbücher, die als umfangreiche Ausgaben gelten, werben auf dem Einband mit ca. 220.000 Einträgen. Demnach entsprechen die hunderttausend Domainnamen fast der Hälfte der Einträge eines wirklich großen Wörterbuchs. Aber man muss sich natürlich erinnern, werden 100 x 1000 Begriffe miteinander kombiniert, so lassen sich natürlich auch schon von wenigen Doppelungen abgesehen fast 100.000 Komposita schaffen.

Da alle »normalen Wörter« schon lange als Domainnamen vergeben sind, kommen nun wohl immer mehr »Nebenbegriffe« zu absurden Preisen auf den Markt. Der Handel muss florieren, »falsch geschriebene« Domainnamen erzielen immer höhere Preise. So wurden, wie DNJournal, eine Fachwebseite für das Domainnamen-Business, berichtete, am 3. Januar die Domains Downlaod.com, Donwload.com und Dawnload.com für jeweils US$ 68.000 verkauft. Und einen Tag früher soll der höchste Preis aller Zeiten für eine »Typo-Domain« gezahlt worden sein, Voyuer.com wechselte für US$ 112.100 den Besitzer. Ist ja auch ein Wort, bei dem man sich leicht verschreiben kann.

April 08, 2005

 

Hard to translate

The most untranslatable word in the world is Ilunga, a word in the Bantu language of Tshiluba, says Today Translations. The London-based translation agency asked »a thousand of its linguists across the world to nominate the words that they found hardest to translate« into the English language. Ilunga means »a person ready to forgive any abuse for the first time; to tolerate it a second time; but never a third time.«

Other words were: shlimazl - Yiddish for a chronically unlucky person, radioustukacz - Polish for a person who worked as a telegraphist for the resistance movements on the Soviet side of the Iron Curtain, naa - Japanese word used only in Kansai area of Japan, to emphasise statements or agree with someone, altahmam - Arabic for a kind of deep sadness, gezellig - Dutch for cosy, saudade - Portuguese for a certain type of longing, selathirupavar - Tamil for a certain type of truancy, pochernuchka - Russian for a person who asks lots of questions, klloshar - loser in Albanian.

March 31, 2005

 

Englisches Alphabet mit 44 Buchstaben

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now johnny can read

»Im Englischen stehen ... 40 unterscheidbare Laute den 24 Buchstaben des Alphabets hilflos gegenüber. George Bernhard Shaw meinte, »fish« kann man auch so schreiben: »ghoti«! Mit f wie in tough, mit i wie in women, mit sh wie in nation. Der Laut »i« wird sehr abweichend buchstabiert: I, height, eye, child, file, lie, sign, high, island, guide, buy, by, dye, style. Andere Laute haben ähnlich viele Schreibweisen.

1960 wurde mit einem um 20 neue Figuren zu den 24 bestehenden ein auf 44 Zeichen erweitertes Alphabet (Inititial Teaching Alphabet) von Sir James Pitman in die Erprobung gegeben. Wie viele einleuchtende Vorschläge zu den Unzulänglichkeiten von Schrift und Sprache hat diese Initiative ... den Schulversuch nicht überlebt und die Probleme weitergereicht.«

aus: Kurt Weidemann, Wo der Buchstabe das Wort führt (Ansichten über Schrift und Typographie)

March 15, 2005

 

Fünfzig Mal Kunst

Kunstgebilde
Kunstbau
Kunstwesen
Kunstwerkstätte
Kunsthaus
Kunstmaschine
Kunstarbeiter
Kunstverfassung
Kunstleder
kunstschänderisch
Kunstbüchse
Kunstauge
Künste
Kunstfuge
Kunstverkehr
Kunststürmerei
Kunstgattung
Kunstring
Kunstrest
Kunstpinsel
Kunstphilosophie
Kunstfieber
Kunststückmacher
Kunstdogma
Kunstgedicht
kunstrichterlich
Kunstverächter
Kunststolz
Kunstmäszigkeit
Kunstneider
kunstfähig
Kunstauslegung
Kunsttreue
Kunstofen
Kunstbasis
Kunstfigur
Kunstseele
Kunstwinkel
Kunstfreude
Kunstwörterei
Kunstthier
Kunstkenntnis
Kunstmessung
Kunstmeinung
Kunstsack
Kunsterfahrung
Kunstbegleiter
kunstlebendig
Kunstwissenschaft
Kunsterhalterin

50 von ca. 470 Begriffen zu Kunst und Künste, eine Zufalls-Auswahl aus Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm.

February 22, 2005

 

I was reading

I was reading the dictionary.
I thought it was a poem about everything.

-- Steven Wright

February 21, 2005

 

You feel me?

»I need the 411.«
»Man, you better shut up or I’ll bust yo’ grill!«
»That was weaksauce.«
»Hey Mom, hook me up with some grain.«
»You feel me?«

Want to know more? Find out at Jonathan McKee's Website for Teen Lingo.

February 11, 2005

 

Die wichtigsten Marken

Die zehn einflussreichsten Marken 2004 sind Apple, Google, Ikea, Starbucks, Al Jazeera, Mini, Coca-Cola, Virgin, eBay und Nokia -- dies berichtet brandchannel.com, das Onlineangebot von Interbrand. Nachdem Google.com zwei Jahre lang Platz 1 belegt hatte, ist Apple nun nach der Neu- und Weiterentwicklung seiner Fancy Gadgets dorthin wieder zurückgekehrt -- nicht ganz verwunderlich, kommen doch die meisten Juroren selbst aus der Medien- und Werbebranche, in der Apple eine starke Verbreitung hat.

Kaum zu glauben ist, dass Volkswagen im Jahr 2001 im internationalen Vergleich noch auf Platz zwei kam. Wenige Jahre nach dem Beginn dieser Markenbewertung ist der Automobilhersteller (genauso wie andere Marken auch) von der Top-Ten-Liste der Marken mit einem herausragenden Markenimage verschwunden. War der Fahrzeugbauer 2002 noch auf Platz 9, so war er 2003 bereits auf Platz 15 und ist nun im Ranking auf Platz 25 angelangt.

Vergleicht man einzelne Kulturräume, so gibt es ein paar Unterschiede, IKEA gewinnt in der Region Europa/Afrika, in Lateinamerika sind es Cemex und in Asien SONY, die es auf Platz 1 geschafft haben.

Um die Größenordnung der internationalen Markenmacht ein wenig zu veranschaulichen: Vom IKEA-Katalog beispielsweise werden jedes Jahr einhundertfünfundvierzig Millionen Exemplare gedruckt, die Möbelbroschüre ist die am meisten gelesene Werbedrucksache der Welt.

February 01, 2005

 

Das Wort am Pranger

Nun sind nach den Wörtern des Jahres (Eintrag vom 10.01.05) auch die Unwörter des Jahres 2004 ausgewählt und öffentlich vorgestellt worden. Auf Platz eins hat es »Humankapital« geschafft, neben »Begrüßungszentrum« (als »sprachliche Verniedlichung von Auffanglagern für afrikanische Flüchtlinge«) und »Luftverschmutzungsrechte«, die ebenfalls in die engere Wahl gekommen waren.

1991 startete die sprachkritische Wortwahl-Aktion Unwort des Jahres, seitdem »sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, sprachliche Missgriffe zu nennen, die im jeweiligen Jahr besonders negativ aufgefallen sind«, schreiben die Veranstalter auf ihrer Webseite und zitieren Johannes Rau, Bundespräsident a.D., aus seiner »Berliner Rede« aus dem Jahr 2000: »Wer sich über die Untaten aus Fremdenfeindlichkeit empört, der darf die Unworte nicht überhören oder gar selber gebrauchen, die viel zu häufig die Runde machen. Unworte bereiten Untaten den Boden.« Die bisherigen deutschen Unwörter des Jahres waren »Tätervolk« (2003), »Ich-AG« (2002), »Gotteskrieger« (2001), »national befreite Zone« (2000), »Kollateralschaden« (1999), »sozialverträgliches Frühableben« (1998), »Wohlstandsmüll« (für Menschen, 1997), »Rentnerschwemme« (1996), »Diätenanpassung« (1995), »Peanuts« (1994), »Überfremdung« (1993), »ethnische Säuberungen« (1992) und »ausländerfrei« (1991). Im Jahr 2000 wurde zusätzlich mit »Menschenmaterial« ein »Jahrhundert-Unwort« gekürt.

Auch Österreich, die Schweiz und Liechtenstein haben Wörter des Jahres zu bieten, nicht so strikt nach »Wort und Unwort« aufgeteilt wie in Deutschland. Liechtensteins Wörter des Jahres 2004 sind »Lesesäcke«, »Sicherheitszentrum« und »Dialog«. Zum Schweizer Wortfavoriten gekürt wurde »Meh Dräck«, gefolgt von »Spuckaffäre« und »Sahlenweidli«. Österreichs Wörter des Jahres sind noch nicht gewählt, zur Wahl stehen »Austrokoffer«, »Bubendummheiten«, »EU-Osterweiterung«, »Deckelung«, »Kampflächeln«, »Mautflüchtling«, »Pensionsharmonisierung«, »Sprachtäter«, »Umfärbung«, »Tortung«.

Selbst die Börse Düsseldorf hat ein Unwort gewählt, natürlich ein richtiges Börsen-Unwort und das schon zum vierten Mal. »Seitwärtsbewegung« ist es für dieses Jahr geworden, aus Sicht der Jury ein Euphemismus den Charttechniker gewählt haben, »vermutlich um dem Stillstand noch etwas Dynamik abzugewinnen«. Die Jahre zuvor waren es »Bester Preis«, »Enronitis« und »Gewinnwarnung«.

Noch viel mehr Wörter-Wettbewerbe sind denkbar. Wie wäre es mit »das gemeinste Wort Deutschlands«, »die schönste Wortneuschöpfung in deutschen Grundschulen«, »die lustigste Markenanmeldung« oder »der redundanteste Slogan«? An letzterem könnte auch die Börse Düsseldorf prima mit ihrem Slogan »Hier wird gehandelt« teilnehmen.

January 19, 2005

 

Nerv, nerv

Die Wortabteilung von Spiegel Online lädt ein, sich an der Auswahl der zehn anstrengendsten Floskeln Deutschlands zu beteiligen. Wer Beispiele für Nervsprech aus Deutschland hat, kann diese noch bis zum 20. Januar bei der Spiegel-Kulturedaktion per E-Mail einreichen. Diese hat selbst schon mal unter dem Motto »Ein Fall fürs Wortdezernat« zehn Höhepunkte bemühter Sprachverdrehungskunst zusammengestellt: »So long, Hongkong«, »Zum Bleistift«, »Good bye, Hawaii«, »Ciao Cescu«, »Wirsing! (für: Wiedersehen!)«, »Lass liegen, tritt sich fest«, »Gut, dass wir drüber gesprochen haben«, »Alle Klarheiten beseitigt?«, »Tel Aviv (für: C'est la vie)«, »Man steckt ja nicht drin«. Eingereicht werden soll, was man selbst nie wieder hören möchte. Hoffentlich wird das nicht zum Bumerang.

January 18, 2005

 

Tsunami-Duft

AXE, ein Produkt für »richtige Männer«, so positionierte Unilever seine Deo- und Body-Spray-Reihe für Herren. Es gibt verschiedene Duft-Varianten der Hauptmarke, Apollo, Orion, Phoenix, Voodoo und neben weiteren Tsunami. Klar, was die Ideen bei der Wahl der Namen waren. Klar was mit den Produktnamen für Gefühle beim Kunden geweckt werden sollen.

Unilever (CA/USA) schreibt zum eigenen Produkt unter Axe Dry -Tsunami, Descriptions:
Tsunami: A huge ocean wave caused by an underwater earthquake or volcanic eruption.
- #1 male grooming brand globally
- Fresh, Citrus, Marine, Woody
- Extreme and bold, yet cool and sexy
- Invisible solid - Goes on clear

Noch unpassender wirkt die direkt dem Produkt beigestellte Werbelyrik wie sie bei drugstore.com zu finden ist: Axe Tsunami -- A fresh ocean breeze meets citrus scent. For the trendy, connected guy effect. A whiff of this stuff will convince the most stylish chick that you can hang.

Die Werbeagentur Lintas textete -- soweit ich weiss -- schon 1988 für eine AXE-Anzeige den Slogan Don’t use it if you don’t mean it. In diesem Sinne ...

(gefunden bei MarcoFrom.Com)

January 13, 2005

 

Default Passwords

»synnet, ILMI, comcomcom, volition, RIP000, security, adpadmin, AMIDECOD, HEWITT RAND, SnuFG5, SKY_FOX, lucenttech2, the same all over, public/private/secret« -- all these words and word combinations are default passwords for various computer equipment. They are from The Default Password List, which is a continually updated »collection of accounts and passwords that are, by default, the initial passwords for specific accounts on a given computer system.«

Nice, the default PW for the USV Network Management Card from APC: TENmanUFactOryPOWER.

January 11, 2005

 

Wörter des Jahres

Langsam trudeln die Wörter und Unwörter des Jahres ein. Nach den Wörterwettbewerben »das schönste deutsche Wort« (Goethe Institut) und »das schönste englische Wort« (British Council) begann Merriam-Webster Ende November als erstes mit der Veröffentlichung herausragender Wörter 2004. Das im letzten Jahr am häufigsten in der Online-Version des Wörterbuchs nachgeschlagene Wort war Blog, die Kurzform für Weblog. Ein besseres Wort für einen großen PR-Erfolg hätte es wohl nicht geben können. Kaum war es veröffentlicht, da zitierten es tausende Blogs weltweit und verlinkten zum Wörterbuch, dessen Redaktion das Wort nun auch in der kommenden Printausgabe aufnehmen will. Üblicherweise dauert es ungefähr zwanzig Jahre bis ein neues Wort ins Wörterbuch kommt, Blog hat nur fünf dafür gebraucht. Doch gleichzeitig gehört das Wort auch schon wieder zu den Wörtern, die in Zukunft weniger oder gar nicht mehr benutzt werden sollten, zumindest nach der List of Words Banished from the Queen's English for Mis-Use, Over-Use and General Uselessness. Diese ebenfalls jährliche Wortliste versammelt Wörter, die wegen falscher oder übermäßiger Nutzung oder gar wegen allgemeiner Nutzlosigkeit aus Sicht der Autoren aus dem Sprachgebrauch gestrichen werden sollten. Alles begann damit, dass im Jahr 1976 der Pressebeauftragte der Lake Superior State University, ein Herr W.T. Rabe, eine Liste mit Wörtern zusammenstellte, die ihm für den weiteren Gebrauch nicht mehr passend erschienen. Seitdem veröffentlicht die Hochschule regelmäßig ihre Wortwahl und Menschen aus aller Welt schicken Vorschläge, welche Wörter ihrer Meinung nach aus der englischen Sprache zu verbannen seien -- ein fast dreissig Jahre altes Archiv gibt einen historischen Überblick.

Neben Blog, das von manchem Einsender lieber als »Journal« oder als »Diary« gesehen würde, wurden dieses Jahr ausgewählt: »Carbs« (»low carbs, high carbs, no carbs«), der Starkfühl-Slogan und Titel der Donald Trump-Fernseh-Show »You're fired!«, das Slang-Suffix »izzle«, der Euphemismus »Wardrobe Malfunction«, der entstand nachdem Janet Jacksons Kleid life im amerikanischen Fernsehen verrutschte und ihren Busen freigab, und das aus dem deutschen übernommene Präfix »über« für alles große und herausragende, welches wohl wirklich übermäßig eingesetzt worden zu sein scheint.

Nicht alle mögen diese »List of Banished Words«, Mitglieder der American Dialect Society bevorzugen die eigene, seit 1991 geführte Word of the Year-Liste, die mit den Unterteilungen »Word (or Phrase) of the Year« (most significant), »Most Useful«, »Most Creative«, »Most Unnecessary«, »Most Outrageous«, »Most Euphemistic« sowie noch drei weiteren erheblich differenzierter ist.

Auch Marketingstrategen der Nahrungsmittelindustrie haben erkannt, dass bestimmte Begriffe besser weggelassen und durch andere ersetzt werden sollten (New York Times: Diet Drinks Get Aliases). Das Wort »diet« ist out, »free« ist in, FREI von Zucker oder auch von was anderem klingt einfach viel besser als sich dauernd und möglicherweise sogar ein wenig leidend bei jedem Limonaden-Schluck der Frage des aktuellen Diät-Erfolgs ausgesetzt zu sehen. Frei ist gleich viel leichter und frischer.

In Deutschland, wo der Wörter-Jahresrückblick durch die Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. dokumentiert wird, wurde »Hartz IV« zum Wort des Jahres 2004 gekürt, gefolgt von »Parallelgesellschaften«, »Pisa-gebeutelte-Nation«, »gefühlte Armut«, »Ekelfernsehen«, »Praxisgebühr«, »Ein-Euro-Job«, »aufgestellt«, »Rehakles« sowie »& mehr«. »And more« war eigentlich immer zu wenig für eine gute Kommunikation, ziemlich einfallslose Wortkombinationen wie »miles & more« oder »time & more« werden in deutscher Schreibweise wie beispielsweise »Fahrscheine & mehr« auch nicht besser.

Die häufigsten Suchanfragen des Jahres hat Google wie üblich im Pressebereich unter »Zeitgeist« als internationale Übersicht zusammengefasst. Die häufigsten Suchbegriffe aus Deutschland waren »routenplaner« (Bloß weg!), »wetter« (Wie wird das Wetter, wo wir hin wollen?), »telefonbuch« (Was ist, wenn wir doch anrufen müssen?) ... »chat«, »bild« und drei Stars bildeten das Mittelfeld ... Platz 9 und 10 erreichten »aldi« und das »arbeitsamt«.

January 10, 2005

 

Wörterpost

Heute bekam ich eine E-Mail mit drei Wörtern zugesandt:

Hallo,

ich fand vor drei Tagen ein Wort in meinem Kopf herumliegen, das gefiel mir. Gibt's das schon:

a) Schnuchtel
b) Schnuchtelbuck
c) Buchtelschnuck?

--- Wenn nicht, dann gebe ich Sie zum Verzehr frei :-)

BEste Grüße,
Barbara Heise

December 15, 2004, Comments (0)

 

Wörterbuchstreit

Nach Vergleichen ihrer eigenen Wörterbuchdatenbank mit dem Angebot von woerterbuch.info sind die beiden Betreiber der freien Online-Wörterbücher dict.cc und dict.tu-chemnitz überzeugt, dass ihre Inhalte unberechtigterweise übernommen worden. Heise Online berichtet hierzu in einer Meldung vom 13.12.04, Streit um angeblich übernommene Wörterbuch-Inhalte. Paul Hemetsberger hat bei dict.cc eine Chronologie der Ereignisse zusammengestellt.

December 14, 2004, Comments (0)

 

Nichtssagende Sprache

»... offenbar setzt die Untauglichkeit der Sprache zur Kommunikation immer wieder eine gewaltige, nicht enden wollende Beredsamkeit in Gang. Oder anders gesagt: Mit den Mitteln der Sprache versucht der Sprachzweifler seine Zuhörer oder Leser davon zu überzeugen, dass mit den Mitteln der Sprache nichts zu erreichen sei.«

Thomas Steinfeld kritisiert in der Süddeutschen Zeitung vom 9.12.04 Elfriede Jelineks Videobotschaft zur bevorstehenden Verleihung des Nobelpreises für Literatur. Angesicht von Kalauer-Sätzen wie »ich bin der Vater meiner Muttersprache« oder »der Worte sind genug gewechselt, der Wechselkurs ist unheimlich schlecht« spricht er von einer »fatalen Witzelsucht« der Autorin, die sich schon längst freiwillig ins Abseits begeben hat: »Mir sagt meine Sprache nichts, wie soll sie dann anderen etwas sagen?«

December 10, 2004, Comments (0)

 

»Sprachverarbeitungs-Anbieter«

»Terrassen-Hopping«, »abbrezeln«, »Endstationsuniversität«, »Level-3-Umsatz«, »Sprachverarbeitungs-Anbieter«, »liebesbrieftechnisch«, »Lifestyle-Laster«, »Fleischdesigner« oder »dampfplaudern«, all diese schönen Wörter gibt es bei Die Wortwarte, einer Webseite, die Wörter von heute und morgen katalogisiert. Fortlaufend werden Neologismen der deutschen Sprache zur Sammlung hinzugefügt, die derzeit 16.760 Wörter umfassen soll. Eine ganze Menge neue Wörter, die über alphabetisch, nach Themengruppen oder nach Jahrgängen (ab dem Jahr 2000) sortierte Wortlisten aufgerufen werden können.

December 09, 2004, Comments (0)

 

Generation New Word

»The squip is a product invented by Ned Vizzini in his book Be More Chill. It's a supercomputer pill that you eat that goes into your brain and tells you how to be cool all the time. It doesn't exist, but it might in the future... The squipiverse... is a 100% participatory reality. That means« people have to help to spread the word and create their own projects under this label. A clever project idea. Some members of the Generation Squip community wear t-shirts with the word printed on it. Every time someone asks what the meaning of the word is they tell the people to look it up in search engines. Sometimes it works, often not. »ya... i tell people to google it as well... sadly most the people who ask are way to lazy to actually follow my advice so I end up telling them most of the info.«

December 08, 2004, Comments (0)

 

German English Words

»Kindergarten«, »Autobahn«, »Waldsterben«, »Angst«, »Affenpinscher«, »Sauerbraten«, »Schadenfreude«, »Rollmops» oder »Rucksack« – diese Wörter verbindet, dass sie deutsche Lehnworte im Englischen sind. Die Webseite GermanEnglishWords.com versammelt solche Loanwords (eine wörtliche Übersetzung aus dem Deutschen) und gibt zu den einzelnen Begriffen englischsprachige Erklärungen. Zum Teil sind die Einträge von Robbin Knapp, dem Betreiber der Webseite, wirklich umfangreich. Schmierkäse z.B. scheint im Englischen bzw. im Amerikanischen in sieben verschiedenen Schreibweisen vorzukommen, die natürlich alle erwähnt werden: »schmierkase, Schmierkaese, shmierkase, smierkase, smiercase, smearkase, smearcase«. Auf einer weiteren Webseite gibt's anders herum erfundene englische Wörter im Deutschen. Bekannte pseudoenglische Worterfindungen aus Deutschland, auch Scheinanglizismen genannt, sind beispielsweise Handy (für »Mobile Phone« oder »Cell Phone«, die englische Bedeutung von handy ist »praktisch, handlich«) oder Beamer (für »Video Projector«, das englische Original bezeichnet einen »cricket ball bowled at head height«). Auch der Body-bag gehört dazu, in Deutschland wird das Wort für »eine Tasche, die an einem breiten Träger quer über dem Oberkörper getragen wird« verwendet, im Englischen dagegen ist es ein »Leichensack«. Und das ziemlich englisch klingende Wort Twen gibt es sowieso nur bei uns.

December 06, 2004, Comments (0)

 

Nur nedd hibbelisch werde

Ein schönes Spiel fürs Wochenende: Der Spiegel hat auf seine Webseite einen Mundart-Quiz gestellt. Unter dem Titel »Deutsch für Profis« sind 18 Fragen zur Bedeutung deutscher Mundart-Begriffe zu beantworten, Münster, Hamburg, Ostfriesland bilden eine Gruppe und Hessen, Sachsen, Köln mindestens eine weitere.

December 03, 2004, Comments (0)

 

Mother is the most beautiful word

Nachdem Deutschland mit »Habseligkeiten« sein schönstes Wort gekürt hat (siehe Eintrag vom 25.10.04), hat nun auch Großbritannien seine Wahl getroffen. The British Council, vergleichbar mit dem Goethe-Institut, veranstaltete ebenfalls einen globalen Wettbewerb, um das schönste Wort – der englischen – Sprache zu finden. 40.000 Menschen aus 102 Ländern beteiligten sich, gewonnen hat »Mother«. Platz zwei belegte »Passion«, gefolgt von »Smile«, »Love« und »Eternity«. Richtig schön scheint es erst auf Platz 48 mit »Peekaboo« zu werden, zumindest ist dieses dann nach »Fantastic«, »Destiny«, »Freedom«, »Liberty« und »Tranquilitydas«, den restlichen fünf der Top-Ten-Liste, das nächste Wort, das in einem Artikel auf der BBC-Webseite genannt wird.

November 25, 2004, Comments (0)

 

Gemalte Wörter kaufen

Google startete nun auch in Deutschland mit Froogle, einem Suchservice für Produkte, die online gekauft werden können. Händler dürfen die von ihnen vertriebenen Produkte mit Beschreibungen kostenfrei in eine Google-Datenbank einstellen. In den Ergebnislisten kann Google wieder seitlich Adwords-Anzeigen einblenden. Die Erweiterung der Suchangebote heisst also auch Optimierung des Anzeigenkontextes, um bei wesentlich geringerem Streuverlust eine höhere Klickrate zu erzeugen.

Im Gegensatz zu seiner Standard-Suchmaschine bietet Google hier auch eine Art Livesuche-Anzeige. Unter der Zeile »Andere Nutzer haben vor kurzem nach den folgenden Produkten gesucht:« finden sich so schöne Sachen wie »Linkshänder-Gitarre, Regen bekleidung, Computer Rucksack, Piratenhut, Laminiergerät, Flanellbettwäsche, Löffelablage, Pulsmesser«. Wahrscheinlich werde ich am Wochenende stundenlang vor dem Rechner sitzen und mir in fortlaufenden Browser-Refreshs all die schönen Substantive der Warenwelt anschauen.

Doch schon jetzt wollte ich wissen, gibt es auch Wörter online zu kaufen? Ich startete eine »Wörter«-Suche bei Froogle und erhielt sofort fünfeinhalb Seiten mit Ergebnissen, vorwiegend für Bücher und (Lern)Spiele. Bei letzteren gab es entzückende Kurzbeschreibungen, »Wie heißen die Tiere mit Vornamen?«, »Die Spieler versuchen möglichst schnell 10 Wörter aus 4 oder mehr Buchstaben zu bilden«, »Bei der Silben-Rallye können Ihre kleinen Rennfahrer ihren Wortschatz spielerisch erweitern«, »An welchen Platz muss das "H"?«, »Wer weiß, wie die Buchstaben aussehen?«, »Mit den Magnetbuchstaben ist es spannend neue Wörter zu lernen, denn diese lassen sich z.B. auch an der Kühlschranktür befestigen.« Sogar eine etymologische Auskunft zu einem Produktnamen kam zu Tage, »Limpuro, 50 ml € 3,00, ... Die Bezeichnung LIMPURO steht für "säubert rein" und entstand aus der Kombination der spanischen Wörter Limpia (säubern) und Puro (rein - makellos). ...«

Auf Seite eins der Froogle-Liste zum Suchbegriff »Wörter« versammelten sich so schöne Buchtitel wie Schlechte Wörter, Kleines Lexikon untergegangener Wörter gleich um die Beispiele »Docke« für Puppe, »Quarre« für Schreihals oder »Tollhaus« für Heilanstalt ergänzt oder aber ein Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft, in dem der Autor Nabil Osman, der übrigens auch Herausgeber des zuvor genannten Buches ist, »rund 500 deutsche Wörter arabischer Herkunft« zusammengestellt hat. Klingt wirklich interessant. Auch Seite zwei hatte schöne Ergebnisse. Neben Die Herrin der Wörter von Peter Dempf, ein Kinderbuch, in dem »Nebelzwerge« die Wörter vor einem »wörterverschlingenden Nichts« beschützen sollen, gab es ein Angebot, das besonderes Interesse bei mir weckte: Gemalte Wörter. Sofort klickte ich auf den Link, der zur Webseite des Anbieters führte. Doch die dort vorzufindende Information war enttäuschend: »Sehr geehrter Kunde! Dieses Produkt ist leider nicht mehr lieferbar. Bitte nutzen Sie unsere Globalsuche, um ein ähnliches Produkt zu finden.«

Meine Neugierde war groß und ich verstand, dass in diesem Fall »Globalsuche« nur Suche bei einem sehr großen Buchhändler bedeuten konnte, also gab ich den vielversprechenden Titel bei Amazon.de ins Suchfeld ein. Fünf mal wurde mir das gleiche Buch angezeigt und sonst kein anderes, so dass es wohl dieses sein musste, welches der andere Händler nicht mehr liefern konnte, Gemalte Wörter. 214 chinesische Schriftzeichen - Vom Bild zum Begriff von Edoardo Fazzi. Seit den 80er Jahren, als ich zeitweise Japanologie studierte, habe ich bereits ein ausführliches Radikal-Lexikon. »Radikale« werden die 214 Grundzeichen der chinesischen Bilderschrift genannt. Aus diesen setzen sich dann alle anderen Bildschriftzeichen zusammen, sowohl in China als auch in Japan, das neben seinen zwei eigenen Silbensystemen die chinesischen Bildzeichen seit dem 5. Jahrhundert verwendet.

Die »gemalten Wörter« waren für mich nun doch nicht mehr so interessant, was nichts über die Qualität des Buchs sagt (auch bei Wikipedia gibt es einen Verweis darauf). In seiner bekannten Penetranz schlug mir Amazon gleich noch ein zweites Buch mit langem Titel und Untertitel zur asiatischen Kalligraphie vor: Nicht überall schreibt man mit ABC. Die Bedeutung chinesischer und japanischer Schriftzeichen. Für Asienfreunde. Für China-/Japan-Reisende. Mit Schriftzeichenvorlagen für Designs & Tattoos. Das aber brauchte ich wirklich nicht, Vorlagen, um mir welche Stelle am Körper auch immer mit sino-japanischen Zeichen vollschreiben zu lassen.

Unter den ergänzenden Rezensionen einzelner Kunden des Online-Buchhändlers fand sich neben so überzeugenden Sätzen wie »Jetzt verstehe ich die chinesische Schrift wirklich!« und einem einschränkenden Hinweis darauf, was der Autor »verabsäumte«, die amüsante Kritik einer sabineprivat aus Dresden: »Ich finde das Buch war eine GELDVERSCHWENDUNG! Ich habe in diesem Buch Wörter wie: Liebe, Freundschaft, Glück, Gesundheit... erwartet und gesucht. Solche Dinge eben die man im Leben anderen Menschen einmal wünschen könnte.. und zum Beispiel in Glückwunschkarten, auf Briefen mit einbinden könnte.. Was will ich denn mit Wörtern wie: Dreifuß, Haken, knüpfen, Ohr, Zähne... ??!«

November 24, 2004, Comments (0)

 

Deutsche Sprachdiskussion

Gegen die »Sprachreiniger«, die von der Reinheit der deutschen Sprache träumen und Wörter wie »Jahrhundertverbrechen« benutzen, wenn die Sprache sich wandelt, hat Marcus Hammerschmitt bei Telepolis Anfang Oktober geschrieben. Rhethorisch fragt er nach: »Untergang der deutschen Sprache?« und antwortet gleich selbst mit dem schönen Wort »Pillepalle«.

Politik Digital hat eine kleine Linksammlung zur Rechtschreibreform zusammengestellt.

Das Institut für Deutsche Sprache (IDS) bietet online eine Übersicht zur neuen deutschen Rechtschreibung.

Nachtrag (24.11.): Der Spiegel hat in der Ausgabe 48/2004 ein Interview mit Doris Ahnen, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, »über den Widerstand in der Bevölkerung gegen die reformierte Rechtschreibung, über die Fehler des Regelwerks und die Hoffnung, den orthografischen Frieden wiederherzustellen«.

November 16, 2004, Comments (0)

 

Wo kommen eigentlich die Firmennamen her

Ein wirklich schönes Buch zur Etymologie von Firmennamen ist »Von Ajax bis Xerox - Ein Lexikon der Produktnamen« von Andreas Lötscher (2. Auflage 1992). Vielleicht war das edel aufgemachte Buch zu teuer, was es dann irgendwann ziemlich günstig als Neuware im »modernen Antiquariat« landen ließ. Vielleicht aber interessierte das Buch Anfang der neunziger Jahre auch einfach nicht so sehr. Ausführlich wurde darin zu mehreren hundert Marken die Herkunftsgeschichte beschrieben.

Wer das Buch seinerzeit nicht gekauft hat, kann mittlerweile online zu ziemlich vielen großen Markennamen eine kleine Herkunftsgeschichte finden. Der Spiegel hat auf seiner Webseite eine solche unter dem Titel von ABN Amro bis Zimbo zusammengestellt. Auch Wikipedia bietet eine englischsprachige und eine deutschsprachige Übersicht zur Geschichte von bekannten Markennamen.

November 11, 2004, Comments (0)

 

Löffeltanz vor schwarzen Mambas

Es gibt ja eher selten gute Performances, aber ein echtes Highlight auf der Zoo Art Fair in London, die als »junge Messe« parallel zur Frieze Art Fair stattfand (siehe Eintrag vom 21.10.04), war der Performance-Abend im Reptilienhaus des Londoner Zoos. Sally O’Reilly hatte das etwas länger als eine Stunde dauernde Programm zusammengestellt.

Jonathan Allen trat in der Rolle des Magiers Tommy Angel zusammen mit seiner Assistentin Miss Direction auf. Mit cooler Geste präsentierten die beiden surreal wirkende Zaubertricks, für einen kurzen Augenblick schien es, als wolle gleich ein andalusischer Hund auf die Bühne springen. Wow!

Hayley Newman und Simon Beresford zeigten ihre unglaubliche Löffelperformance. Während er, europäischer Meister im Löffelspielen, den richtigen Ton durch virtuoses Löffelschlagen vorgab, machte sie den Löffeltanz in einem Kleid mit über 1.000 Plastiklöffeln behängt.

Andrew Bailey spielte mit dem Staubsauger, zog sich einen großen Gummihandschuh über den Kopf, saugte Tischtennisbälle in den Mund und spuckte sie durch ein Plastikrohr wieder aus - ein puzzeliges Spiel aus live aufgeführten Bildideen und Geräuschen.

Laura Cull benutzte Auszüge aus Sigmund Freuds Medusa-Text als Hintergrundmatritze, um sich im Verlauf ihrer Performance von einer Truppe männlicher Wissenschaftler zu emanzipieren, die sie unter dem Namen »The Neo-Freudian Performers« beim Vorspielen begleiteten.

Nur die schwarzen Mambas, mit lateinischen Namen Dendroaspis polylepis genannt, waren an diesem Abend ziemlich nervös.

October 26, 2004, Comments (0)

 

Die schönsten Habseligkeiten

Zum schönsten Wort der deutschen Sprache wurde gestern das Wort »Habseligkeiten« gekürt. Gewinnerin Doris Kalka mochte das Wort besonders, u.a. weil es mit »freundlich-mitleidigem Unterton« Besitztum einer Person, das nicht viel wert ist, bezeichne, doch die Person selbst dabei »sympathisch und liebenswert« erscheinen lasse (lt. Wahrig, Deutsches Wörterbuch gebildet zu »haben + ... selig«). 22.838 Vorschläge mit Begründung aus insgesamt 111 Ländern wurden eingereicht, 95 Wörter schafften es in die Vorauswahl. »Geborgenheit« kam auf den zweiten Platz (weil die slowakische Einsenderin in ihrer Sprache »die Gefühle der Geborgenheit nicht in Worte fassen« könne), »Lieben« schaffte auf Platz drei (weil es nur ein i weit vom Leben entfernt sei), gefolgt von »Augenblick« (weil es zu lang sei für das, was es bezeichnet) und auf den fünften Platz kam »Rhabarbermarmelade«. Frank Niedermeyer, Einsender des letzten Gewinner-Worts, hatte eine sehr schöne Begründung: Er schwärmte vom Klang und dem Wohlgefühl, wenn er am Sonntagmorgen zu Hause sagen könne »Barbara, reich mir doch bitte die Rhabarbermarmelade.« Danke.

Die zehn häufigsten eingereichten Begriffe waren übrigens »Liebe«, »Gemütlichkeit«, »Sehnsucht«, »Heimat«, »Kindergarten«, »Freiheit«, »gemütlich«, »Frieden«, »Sonnenschein« und »Schmetterling« - Da fühle ich mich ein wenig an Nicole erinnert, die 1982 als einzige Schlagersängerin für Deutschland jemals den Europäischen Fernseh-Gesangwettbewerb, den »Grand Prix d' Eurovision de la Chanson« mit ihrem Liedchen »Ein bisschen Frieden« gewann. Darin hiess es »Ein bisschen Frieden, ein bisschen Sonne / für diese Erde, auf der wir wohnen. / Ein bisschen Frieden, ein bisschen Freude, / ein bisschen Wärme, das wünsch ich mir«.

(siehe auch den Eintrag vom 19.10.04)

October 25, 2004, Comments (0)

 

7-Buchstaben-Wort

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Sehr nett. Jemand verkaufte bei eBay sieben gebrauchte Buchstaben, die mal an einem Gebäude angebracht das Wort »Lindows« geschrieben haben. Nach offizieller Srabble-Wort-Liste lassen sich damit außerdem mehr als 100 andere Wörter der englischen Sprache bilden, wie der Anbieter in seinem eBay-Angebot geschrieben hat. Auf das Buchstabenset wurde kräftig geboten, 10.000 Dollar zahlte der oder die Höchstbietende mit eBay-Namen »welfaric« nach 62 Gebotsrunden. Dafür gab noch drei weitere Buchstaben gratis dazu, unter anderem ein weiteres W. Sicherheitshalber warnte der Anbieter die potentiellen Käufer: »WARNING! Improper placement of W may result in lawsuits. Use at your own risk!« Denn das Unternehmen Lindows von Michael Robertson entwickelte und vertrieb »Lindows.OS«, ein linuxbasiertes Betriebssystem (OS für Operating System), das besonders kompatibel mit Windows(programmen) sein soll. Microsoft klagte 2001 in Amerika und in Europa gegen Lindows und Lindows.com, zu groß sei die Verwechselungsgefahr und Nähe zu der Microsoft-Marke »Windows«. Während z.B. in Schweden die weitere Verwendung von Lindows gerichtlich untersagt wurde, blieben in Amerika Marke und Domain für das Unternehmen erhalten. Lindows ging zugleich pr-trächtig in die Offensive und beantragte die Löschung der Marke »Windows«. Laut Antragsbegründung habe sich Microsft den Begriff Windows im Jahr 1983 unrechtmäßig angeeignet, als dieser bereits für Programmfenster unter grafischen Benutzeroberflächen geläufig gewesen sei. Schon Ende der 70er habe es "windows systems" oder "windows programs" gegeben, der Name sei beschreibend und es gebe ein Freihaltungsbedürfnis für andere Marktteilnehmer. Anfang 2004 kam es zu einer aussergerichtlichen Einigung, aus Lindows wurde »Linspire« und die Marke Windows nicht mehr in Frage gestellt. Dafür zahlte Microsoft wohl ca. 20 Millionen Dollar Entschädigung. (Siehe auch »Mein Wort gehört mir«.)

October 22, 2004, Comments (0)

 

Wortkunst in London

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Dass ausrangierte dreidimensionale Werbebuchstaben als Kunst recycelt werden können, zeigt Jack Pierson mit seinen Wort- und Satzarbeiten, die aus solch gefunden Buchstaben zusammengesetzt sind. Auf der diesjährigen Frieze Art Fair in London (15.-18. Oktober 2004) war von ihm »You Rotten Prick« zu sehen.

Auf der Londoner Kunstmesse gab es noch ein paar weitere wort- bzw. sprachbasierte Kunstwerke, die interessant waren. So hatte Tracy Emin beispielsweise einen schönen Satz auf ein grosses Stück Stoff genäht: »Why should I protect myself from you when you are the one who protects me« (Providence, 2004, bei White Cube/Jay Joplin), auch wenn die textile Stofflichkeit selbst nicht so spannend war.

Von Carl André gab es bei Sadie Cole Sonette. Auf einhundert, im Jahr 1963 mit der Schreibmaschine beschrifteten Blättern, war jeweils ein Wort mehrfach als Typoblock geschrieben, »blue« stand sieben mal in Reihe nebeneinander ohne Leerzeichen und zugleich 14 mal in Zeilen untereinander. Weitere Farbwörter (»black«, »violett«), Begriffe für Körperteile (»belly«, »shoulder«) oder Wörter wie »rock«, waren je nach Buchstabenzahl des Worts fünf bis sieben mal in Reihe geschrieben (99 Blatt + eine Titelseite).

David Shrigley war mit mehreren Arbeiten vertreten, in einer Arbeit, in der insgesamt acht farbig-bemalte Holzbrettchen mit einfachen groben Pinselstrichen beschriftet waren, wünschte oder suchte oder forderte er auf einer dieser kleinen Tafeln »Lots of Fun«, während eine andere wehleidig-ironisch mit »I lost my job because I was drunk« daher kam.

Paul Ramírez Jonas hatte mit kleinen Plastikfähnchen, die an einer Schnurr aufgereiht waren, den Stand seiner Galerie LFL aus New York, geschmückt. Auf den Fähnchen waren Bilder, Daten und die Namen von Hurrikanen bzw. Tornados gedruckt. Ein Exemplar eines solchen Fahnenbands mit ein paar Metern Länge aus einer unlimitierten Auflage war sehr günstig und ist bestimmt prima für jede Art von imaginärer Untergangsparty in Amerika geeignet. Wie die Namen von Hurrikanen vergeben werden, erklärt die NASA übrigens ausführlich auf einer ihrer Bildungs-Webseiten: How are Hurricanes Named?

Daniel J. Martinez zeigte unter dem Titel »If only God Had Invented Coca-Cola sooner or The Death of my Pet Monkey« eine Mappe mit sechs farbigen Siebdrucken, schwarze oder rote Buchstaben auf grellem Untergrund mit Sätzen wie »This funeral is for the wrong corpse«, »We are dogs in love with our own vomit« oder »Beneath the asphalt the beach«. Diese Textstücke scheinen alle mehr oder weniger Fundstücke aus vergangener Sponti- oder Punkzeit zu sein, aus »Pavement« wurde im zuletzt zitierten Satz zwar Asphalt, doch »Unter dem Pflaster: der Strand« bleibt als Referenz klar erhalten.

Eine komplexe Neonbuchstaben-Installation (»Untitled«. 2004) von Jason Rhoades und auch die Arbeit von Mark Wallinger aus dem Jahr 1995 mit drei unter dem Titel »Seeing is Believing« nebeneinander gehängten Leuchtkästen, bei denen der mittlere Kasten den ersten Satz des Johannes-Evangeliums (»In the beginning was the word and the word was with God and God was the word«) in einer Typografie wie beim Augenarzt und die beiden anderen Kästen farbige Kreise wie bei einer Schießscheibe angeordnet zeigten, waren leider trotz enormer Leuchtkraft ein wenig blass.

Es gab eine zweite Kunstmesse im Londoner Zoo, die Zoo Art Fair. So vielversprechend der Ausstellungsort zunächst klang, so langweilig war es am Ende an den meisten Ständen. Keine Skulpturen im Raubtierhaus oder Gemälde über Seehundbecken, was meine spontanen Vorstellungen zu dem Ausstellungsort waren. Die Kunst hatte ihren Platz in zwei Veranstaltungsgebäuden des Zoologischen Gartens gefunden. Von manchem gar als Alternativmesse bezeichnet, war im Zoo nichts alternativ: Malerei und Fotos für die Wände und Objekte für den Boden, halt nur jüngere Galerien die jüngere Künstler vertraten. Jamie Shovlin hatte hier bei Riflemaker aus »Ways of Seeing«, John Bergers kleinem kunstwissenschaftlichen Klassiker, ein Diptychon gemacht. Die von ihm als Ausgangsmaterial verwendete Ausgabe stammte aus einer Hochschulbibliothek. Alle Textzeilen, die nicht von Kunstgeschichtsstudenten markiert oder mit Bemerkungen versehen waren, hatte er mit dicken schwarzen Linien durchgestrichen.

October 21, 2004, Comments (0)

 

Das schönste deutsche Wort

Zusammen mit dem Deutschen Sprachrat haben sich die Goethe-Institute auf den Weg gemacht, das schönste deutsche Wort zu finden. Von Mai bis August konnten »Muttersprachler und Deutschlerner weltweit ... ihr liebstes, schönstes, kostbarstes deutsches Wort« zusammen mit einer kleinen Begründung einreichen.

Es ist schon ein wenig übertrieben, ein Wort zum Schönsten küren zu wollen, aber eine gelungene PR-Aktion ist das ganze auf jeden Fall. Nun dürfen wir gespannt sein, welches das Gewinner-Wort sein wird, das am 24. Oktober der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Wird es »Liebe« sein, einer der Favoriten, so wird vermutlich die schönste beigefügte Begründung entscheidend gewesen sein, denn so schön das, was das Wort bezeichnet, auch sein mag, als Wort ist es nicht so toll wie »Schmetterling« oder »Auspuff«, andere Gewinner der Vorauswahl.

October 19, 2004, Comments (0)

 

So sprechen die Tiere

Neulich hatte ich Besuch aus London. Mein Besuch zeigte mir eine sehr schöne Webseite mit den Stimmen von Tieren aus aller Welt und wie diese in verschiedenen Sprachen onomatopoetisch geschrieben werden: Sounds of the World's Animals.

Mit einem Link zu einer Webseite, die Limericks generiert, konnte ich mich bedanken: The Limerick Generator for Limerick Fans.

October 13, 2004, Comments (0)

 

Wörter für Waffen

»You always write it's bombing, bombing, bombing.
It's not bombing, it's air support.«
--an US Air Force colonel in Phnom Penh, Cambodia, 1974

Kriegssprache ist Propagandasprache. Sie hilft zu kaschieren, zu verstecken, zu tarnen, was Sache ist: Es werden Menschen getötet.

Yourdictionary.com stellt in dem Artikel »Warspeak: Linguistic Collateral Damage« Beispiele moderner Kriegssprache nach 1945 in Amerika zusammen. So wurde das Wort »töten« über Jahre immer wieder durch neue Euphemismen ersetzt, »take care of« war Begriff der 40er und 50er, »rub out« am Ende der 50er, »knock x off« oder »eliminate« wurde in den 60ern gesagt, »waste«, »smoke« oder »blow away« in den 70ern, »off« oder »hit« waren Wörter der 80er, »clip« und »whack« der 90er. »Neutralize« ist der Jetztzeitbegriff fürs Töten, den Mitarbeiter der zuständigen Sprachregulierungsbehörden in Umlauf gebracht haben.

Auch die Begriffe »chicks« und »dolls« für Frauen sowie »kids« für Kinder sollen auf militärische Erstanwendung zurückgehen - je banaler die Begriffe sind, um so harmloser wirken die Ziele der Waffen.

October 11, 2004, Comments (0)

 

11 of 175 names misspelled

Here's a wonderful example of »how to get famous as an artist« even if everyone criticizes you. In fact it seems to be very easy. Ms. Maria Alquilar made an art piece for a public space 40 miles east of San Francisco: a large ceramic mosaic outside Livermore's new library about famous people in world history. Sounds not really interesting, but she has misspelled 11 of the 175 names in her work, »Eistein« with a missing n, «Michaelangelo« with a second a, also »William Shakespere« with a missing a is a member of this party...and that's something! The tabloids now report about the »Art Typos«. The artist said in the meantime: »The art chose the words,« and she »will not return to Livermore for any reason.« After asking for $6,000 plus travel expenses to correct the work the artist decided some days later not to come and change the work. Only some people in Livermore are a little bit frustrated, now they have this lovely new library and it has all these misspellings in front.

With this Google search you'll find the recent articles.

October 10, 2004, Comments (0)

 

Montagsmarken

Immer wieder montags ... die skurrilsten oder lustigsten Markenanmeldungen scheinen immer direkt nach einem Wochenende beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) eingereicht zu werden. Zumindest stellt Markenbusiness.com wöchentlich eine Liste mit ausgewählten deutschen Montagsmarken zusammen, z.B. »tüfta-team wir kleben Ihnen eine« (Liste vom 2.8.04), »Silvester auf Probe« (Liste vom 20.9.04) oder »Das grüne Klapprad« (Liste vom 27.9.04).

October 06, 2004, Comments (0)

 

Scientists have found out ...

One of a Neanderthal baby's first words was probably »papa« speculate Pierre Bancel and Alain Matthey de l'Etang from the Association for the Study of Linguistics and Prehistoric Anthropology in Paris

Babies babble in sign language too observed Laura-Ann Petitto at Dartmouth College in Hanover, New Hampshire

Kanzi, a lab chimp, speaks in his own language to his trainers Jared Taglialatela, Sue Savage-Rumbaugh and Lauren Baker at the Georgia State University, Atlanta

Rico, a smart border collie, knows 200 words says Julia Fischer at the Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology in Leipzig, Germany

Brand names have a unique impact on our brains explains Eran Zaidel, head of a laboratory at the University of California, Los Angeles

English is the most difficult European language to learn to read discoverd Philip Seymour of Dundee University, GB

Language may shape human thought believes Peter Gordon, a psychologist at Columbia University in New York City, based on a study in a Brazilian tribe whose language does not define numbers above two

October 05, 2004, Comments (0)

 

Ganz schön puschig

»Ergreif das Wort!« - Unter diesem Motto veranstaltet die Ernst Klett Sprachen GmbH für das PONS »Wörterbuch der Jugendsprache« 2005 einen Online-Wettbewerb. Die Besucher der Verlagswebseite, sind »aufgerufen, ... ihre Wortvorschläge aus der Jugendsprache zu senden«. Alle drei Monate werden die zehn »besten und originellsten Wörterbucheinträge prämiert«. Eine schöne Sammlung, die da zusammenkommt: So steht z.B. puschig für »jemanden oder etwas süß finden« oder Clown gefrühstückt dafür, »dass man jmds. Witze nicht lustig findet«.

Eine Evelyn aus 48268 Greven bezeichnet mit Schnitzel einen attraktiven Jungen während ein Stephan aus 77836 Rheinmünster Schnitzel braten für das Austauschen von Zungenküssen benutzt.

Die Mantaplatte für Pommes rot/weiß ist großartig - zum Teil ganz großes Kino, was die Besucher da von sich gegeben haben.

Nur beim Wettbewerbslogo, ein Mund, der eine Zunge heraus streckt, kann man ein wenig Entenpelle, zu übersetzen mit Gänsehaut, bekommen.

October 03, 2004, Comments (0)

 

Improving speculative knowledge by practical and mechanical operations

One of my favoured books is Gulliver's Travels by Jonathan Swift. In part III, »A Voyage to Laputa, Balnibarbi, Luggnagg, Glubbdubdrib, and Japan«, chapter V, Gulliver visits the grand academy of Lagado...here's a small appetizer:

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October 02, 2004, Comments (0)

 

Verbesserung spekulativen Wissens durch praktische und mechanische Operationen

Eines meiner Lieblingsbücher ist Gullivers Reisen von Jonathan Swift. Im dritten Teil »Eine Reise nach Laputa, Balnibarbi, Luggnagg, Glubbdubdrib, und Japan«, Kapitel V, besucht Gulliver die grosse Akademie von Lagado ... hier ein kleiner Appetizer:

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October 02, 2004, Comments (0)

 

Mit dem Telefonbuch auf einer einsamen Insel

Auf die legendäre, ihm mehrmals gestellte Frage, welches Buch er mitnehme, wenn er mehrere Jahre als Schiffbrüchiger auf einer einsamen Insel verbringen müsse, habe Umberto Eco immer geantwortet: »Das Telefonbuch«. Mit all den Namen darin könne er sich nach einem Artikel in der SZ (1.10.04, S.16) »einen ganzen Sack voller Geschichten« ausdenken.

October 02, 2004, Comments (0)

 

Preis für kreative Wortschöpfungen

Die Ernst Klett Sprachen GmbH, die die hellgrünen Pons-Wörterbücher verlegt, vergibt zum fünften Mal ihren Kreativpreis »Pons Pons« an Journalisten, die sich in diesem Jahr eine besonders lustige Wortneuschöpfung haben einfallen lassen oder sich noch einfallen lasen werden. Die sieben Gewinner-Wortspiele des Jahres 2003 lauteten »Grosser Gerneklein«, »Bequemes Vichywaschi«, »Global Prayer«, »Tyrannosaurus Lex«, »Espressionismus«, »Hertha BSE, »Der Scholzomat«. Der Verlag sieht im Wettbewerb »eine Möglichkeit, geistreiche Wortschöpfungen von Journalisten, die in den seltensten Fällen in einem Wörterbuch landen, auszuzeichnen.« In der Tat scheint die Halbwertszeit bei diesen Begriffen nicht sehr groß zu sein. Im Jahr 2000 z.B. wurden neben anderen »Uschiglasierung« und »Inder-Wahnsinn« prämiert, alles »Einjahrsfliegen«, um im Kreativrahmen von Pons Pons zu bleiben.

Gibt man bei Google.de »Inder-Wahnsinn« ein, so finden sich auf anhieb zwar glatt mehr als 100 Treffer, doch vertraut die globale Suchmaschine der eigenen Ergebnismasse nicht und fragt sicherheitshalber nach »Meinten Sie: in der-wahnsinn«. Als Titel für mittlerweile auch schon veraltete Sammlungen mit wirklich schlechten Witzen scheint der Inder-Wahnsinns-Begriff wohl geeignet gewesen zu sein, denn wenn die Inder kommen, so der Witz-Tenor der Zeit, würde das Pausenprogramm »Moorhuhnjagd« gelöscht und durch »Flying Curry-Chicken« ersetzt, aus »Netscape 4.7« dann »Himalaya 3.5« und der »Papierkorb« auf dem Computerbildschirm zum »Nirwana« werden.

Nur der »Teuro« bzw. T€uro, ein Gewinner von 2001, hat als eine der wenigen Begriffsbildungen, die beim jährlichen Wettbewerb für kreative Wortschöpfungen prämiert wurden, mehrere Jahre überdauern können. Laut Verlagsinformation wurde das Wort am 7. Mai 2001 vom Preisträger J. Schuster im Magazin Focus schriftlich fixiert, sprich nachweislich erstmalig publiziert, auch wenn die naheliegende Wortzusammenziehung angesichts der empfundenen Teuerung bei der Einführung des Euros vermutlich von vielen Menschen zeitgleich in die Umgangssprache eingeführt wurde.

Gewinner des vergangenen Jahres wählen mit Unterstützung eines Mitglieds der Pons-Wörterbuchredaktion die diesjährigen Preisträger aus. Und laut Pressemitteilung wurde der Verlag »kreativ unterstützt von der Frankfurter Werbeagentur Leo Burnett, die sich ... ein besonderes Motiv einfallen ließ«, mit dem sie den »visuellen Bezug zur Ausschreibung des Preises« schuf: Ein auf einem Computerbildschirm geöffnetes Fenster einer Textverarbeitung, die den Namen des ausgeschriebenen Wettbewerbs nicht kennt und mit programmgesteuerter Rechtschreiblogik das Doppelwort rot unterstrichen hat.

In Japan gibt es viele onomatopoetische Begriffe, die aus einer Wortdoppelung bestehen, neujapanisch »Feelinguals« genannt. »Goro Goro« steht dabei neben Donnergrollen für »ich verschwende den Tag«, lautmalerisch das Geräusch des fortdauernden im Kreislaufens darstellend.

Einsendeschluss ist der 15.12.04, http://www.pons.de/journalisten/ponspons/

September 29, 2004, Comments (0)

 

421.000 Tonnen Emmentaler brauchen einen neuen Namen

Die Schweizer haben sich im eigenen Land darauf geeinigt, dass der aus Emmental und Umgebung stammende »Emmentaler Käse« Schutz für die geografische Herkunftsangabe geniessen soll. Der Großlochkäse erhält das Gütesiegel AOC für »Appellation d'origine controlee«, und schon bald sollen Verhandlungen mit dem Ausland geführt werden, dass der Begriff nur noch für den im deutschen Teil der Schweiz gereiften Käse zu verwenden sei. Besonders die Milchverbände in Frankreich, Deutschland und Amerika fallen ins Bezeichnungsloch, wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, denn zusammen sollen diese Länder pro Jahr etwa 421.000 Tonnen Emmentaler Käse produzieren, der dann einen neuen Namen bräuchte. Das Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft äußerte sich schon ein wenig besänftigend, denkbar sei z.B. für im Allgäu produzierten Emmentaler die Bezeichnung »Allgäuer Emmentaler«. Wie wäre es mit einem Glas Frankfurter Apfel-Champagner dazu?

September 29, 2004, Comments (0)